Krankenhausinfektionen: Patienten brauchen Hilfe vom Staat

Krankenhauskeime und daraus resultierende Infektionen (nosokomiale Infektionen) waren und sind ein Dauerthema. Insbesondere resistente und multiresistente Erreger wie MRSA (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus) stellen eine erhebliche Gefahr für Patienten dar. Es gibt nur noch wenige wirksame Antibiotika, die die Keime bekämpfen. Für betroffene Patienten sind Isolation und eine umfangreiche Sanierung die Folge. Deutschland weist zwischen 400.000 bis 600.000 Krankenhausinfektionen jährlich auf; die Dunkelziffer dürfte jedoch deutlich höher liegen. Viele Patienten sterben an den Folgen der Infektionen. Wir alle als potenzielle Krankenhauspatienten, sind dringend auf eine deutliche Verbesserung der Situation angewiesen.

Corinna Simon, Fachanwältin für Medizinrecht

Wer ist dafür verantwortlich, dass sich in Deutschland sehr viel mehr Patienten mit Krankenhaus-Keimen infizieren als im benachbarten Ausland? Eine Frage, die für Rechtsanwalt Martin Quirmbach leicht zu beantworten ist: „Die Verantwortung liegt in erster Linie beim Staat. Er weiß seit Jahren, dass die Krankenhäuser nicht willens und in der Lage sind, bestehende Hygienerichtlinien umzusetzen und einzuhalten.“ Gründe dafür sind in der permanenten Überlastung von Ärzten und Personal sowie in den verkrusteten Strukturen im Krankenhausbereich zu suchen. „Wenn in der Luftfahrt so gearbeitet würde, wie in unseren Krankenhäusern, wäre kein Flugzeug am Himmel“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie vor einigen Jahren auf einem Ärztekongress. Was in der Luftfahrt möglich ist, muss auch im Krankenhausbereich möglich sein.

Zwar wurde die Hygieneverordnung für Krankenhäuser überarbeitet, doch noch längst nicht alle der bundesweit ca. 2000 Kliniken haben einen Hygiene-Facharzt. Zwar gibt es Richtlinien, wie die des Robert-Koch-Instituts, allerdings sind sie keine zwingenden Verordnungen ...

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