Die optimistische Konzerndarstellung im Emissionsprospekt

Anleger haben keinen Anspruch auf Schadensersatz, wenn der Emissionsprospekt, auf dessen Grundlage die Anleger eine Anleihe gezeichnet haben, jedenfalls nicht zum Zeitpunkt der Prospektveröffentlichung Defizite aufgewiesen hat.

So hat das Oberlandesgericht Nürnberg in den hier vorliegenden Schadensersatzklagen einzelner Anleger entschieden, die im Jahr 2009 eine Unternehmensanleihe der Solar Millennium AG gezeichnet hatten. Gleichzeitig ist das insoweit anderslautende landgerichtliche Urteil aufgehoben worden. Sowohl beim Landgericht Nürnberg-Fürth als auch beim Oberlandesgericht Nürnberg sind noch zahlreiche weitere Zivilverfahren zum Komplex Solar Millennium-Anleihen anhängig. Bei dem hier vorliegenden Verfahren geht es um eine ganz bestimmten (der 6.) Anleihe dieses Unternehmens. Nach Meinung der Kläger waren sie im damaligen Emissionsprospekt nicht genügend über die Risiken aufgeklärt worden. Daher haben sie gegen vier Personen, die zu der Zeit in führender Position im Konzern tätig waren, Klagen erhoben.

In erster Instanz hatte eine Zivilkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth am 28. Februar 2013 zwei ehemalige Vorstandsmitglieder und ein noch amtierendes Vorstandsmitglied der Solar Millennium AG zu Schadensersatzzahlungen in einer Gesamthöhe von 53.000 ? verurteilt. Die acht Kläger hatten Mitte 2009 in unterschiedlicher Höhe Inhaberschuldverschreibungen des Unternehmens gezeichnet ...

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