Analphabetismus für sich ist keine Behinderung

Der Betroffene ist Analphabet, weswegen er wünscht, dass für ihn eine Betreuung eingerichtet werde. Er könne seine Angelegenheiten selbst nicht sachgerecht besorgen, weil er nicht lesen könne und fürchte, dass ihm dies zum Nachteil gereiche, insbesondere befürchte er, dass seine geschiedene Ehefrau dies ausnutzen werde. Sobald die Trennung endgültig geregelt sei und er eine neue Wohnung gefunden habe, habe er vor, einen Alphabetisierungskurs zu besuchen, um Lesen und Schreiben zu lernen. Körperliche Behinderungen bestehen nicht. Es bestehen auch keine geistigen oder psychischen Einschränkungen, der Hausarzt des Betroffenen hat sich aufgrund dessen ausdrücklich geweigert, entsprechende Einschränkungen zu attestieren. Mit Beschluss vom 28.12.2012 hat das Amtsgericht die Einrichtung einer Betreuung abgelehnt. Dagegen richtet sich die Beschwerde des Betroffenen vom 21.01.2013, die dieser damit begründet hat, dass Analphabetismus nach seiner Auffassung eine geistige Behinderung sei.

Die Beschwerde blieb erfolglos.

Das Landgericht Kleve (Beschluss vom 07.03.13 - 4 T 29/13):

Analphabetismus selbst ist weder ein angeborenes, noch ein erworbenes Intelligenzdefizit. Analphabetismus ist definiert als die "Unfähigkeit, die eigene Sprache zu lesen und zu schreiben (weil es nicht gelernt worden ist)" (Duden - Das große Fremdwörterbuch, 2. Aufl. 2000, Stichwort "Analphabetismus") bzw ...

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