Kein “gefährlicher Hund” trotz tödlichem Beißvorfall

Nach Beißvorfällen steht regelmäßig im Raum, ob einer der beteiligten Hunde als gefährlicher Hund einzustufen ist.

Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hatte sich nun mit der Frage zu beschäftigen, ob der infolge eines tödlichen Beißvorfalls bestehende Verdacht der Gefährlichkeit eines Hundes durch ein eindeutig artgerechtes Verteidigungsverhalten gegenüber den Angriffen eines anderen Hundes trotz der deutlichen Größenunterschiede beider Hunde ausgeräumt ist.

Das Verwaltungsgericht Osnabrück hatte diese Frage im Sinne der klagenden Hundehalterin (und des Hundes) bejaht. Der seitens der Kommune gestellte Antrag auf Zulassung der Berufung gegen dieses Urteil wurde vom Oberverwaltungsgericht Lüneburg nun zurückgewiesen.

Die von dem Beklagten geltend gemachten ernstlichen Zweifel an der Richtigkeit des angefochtenen Urteils (§ 124 Abs. 2 Nr. 1 VwGO) liegen nach Auffassung des Oberverwaltungsgerichts nicht vor.

Ernstliche Zweifel an der Richtigkeit einer verwaltungsgerichtlichen Entscheidung sind dann anzunehmen, wenn bei der Überprüfung im Zulassungsverfahren gewichtige gegen die Richtigkeit der Entscheidung sprechende Gründe zutage treten, aus denen sich ergibt, dass ein Erfolg der erstrebten Berufung mindestens ebenso wahrscheinlich ist wie ein Misserfolg. Das ist dann der Fall, wenn ein einzelner tragender Rechtssatz oder eine erhebliche Tatsachenfeststellung mit schlüssigen Gegenargumenten infrage gestellt wird.

Das Verwaltungsgericht Osnabrück hat den angefochtenen Bescheid des Beklagten als rechtswidrig aufgehoben und zur Begründung im Wesentlichen darauf abgestellt, dass der Labrador-Mischling B. (45 kg schwer und Schulterhöhe von 60 cm), dessen Halterin die Klägerin ist, im Ergebnis nicht als gefährlicher Hund im Sinne des Niedersächsischen Hundegesetzes anzusehen sei. Zwar sei aufgrund des Beißvorfalls am 03.05.2011 zu Lasten des anderen Hundes namens C ...

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