JFK

Der Umgang mit dem Kennedy-Mord ist ein guter Gradmesser für die Qualität der Medien, die sich leider zum 50.Jahrestag nicht geändert hat. Etliche deutsche Redaktionen beschränken sich darauf, die Kritik an der inzwischen nicht einmal mehr von offiziellen Stellen der USA vertretenen Alleintätertheorie ins Lächerliche zu ziehen. Statt die Skeptiker zu psychologisieren, wäre es hilfreicher, die Interessenlage im Washington des Jahres 1963 nachzuzeichnen, wo man den Kommunismus mit religiösem Eifer bekämpfte und Atomkriege für führbar und gewinnbar hielt.

Befremdlich ist jedenfalls, dass hierzulande die damalige Kontroverse zwischen Kennedy und seinen ultrarechten Militärs, die in den USA quasi zur Allgemeinbildung gehört, nicht einmal dargestellt wird. Kennedy und sein Verteidigungsminister McNamara hatten den obersten General Lemnitzer geschnitten und damit zum Rücktritt forciert. Stattdessen hatte der Präsident seinen Generälen den eigens reaktivierten gemäßigten General Taylor vor die Nase gesetzt. Den mächtigen Air Force-Chef General LeMay, der wie Lemnitzer nukleare Präventivkriege vorschlug, kastrierte Kennedy, indem er ihm den Zugriff auf die Bombe nahm und diese sogar ganz abschaffen wollte ...

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