Einsperren: Teuer und wirkungslos

Die Zahl der Haftstrafen nimmt beunruhigend zu Österreichs Gerichte scheinen Sorge zu haben, dass den Strafanstalten die Arbeit ausgeht. 2008 wurden „nur“ 58 Prozent der Angeklagten zu Haftstrafen verurteilt, 2012 waren es bereits 64 Prozent! Die Wahrscheinlichkeit, in Österreich in den Häfen zu kommen, liegt also momentan bei zwei Drittel. Diese Tendenz ist in zweierlei Hinsicht in Frage zu stellen. Zum einen verursacht jemand, der zu einer Haftstrafe verurteilt wird, Kosten. Diese steigen jährlich. Ein Häftling steht inzwischen mit 107 Euro pro Tag zu Buche. Die mögliche und früher auch viel öfter verhängte Geldstrafe hingegen bringt dem Staat etwas. Zum anderen ist eindeutig nachgewiesen, wie sich Haftstrafen auf die Sozialisierung auswirken. Mehr als die Hälfte jener, die hinter Gitter müssen, werden danach erneut straffällig. Dagegen stehen zwei Drittel von zu Geldstrafen Verurteilten, die sich im Zeitraum von vier Jahren nichts mehr zuschulden kommen lassen. Kurz: Sowohl der Blick aufs Justizbudget wie auch die Frage nach der Resozialisierung sprechen eindeutig für die Geldstrafe, wovon sich die Gerichte offenbar nicht beeindrucken lassen. Strafe muss sein! Am besten ab in den Häfen. Ost-West-Gefälle Die Wahrscheinlichkeit, einem gitter-affinen Gericht in die Hände zu fallen, ist im Osten des Landes markant höher als im Westen. Mit dem Begriff der Diversion scheint man in Wien deutlich weniger anfangen zu können als in Vorarlberg. Zwei Drittel (66%) Geldstrafen in Tirol und Vorarlberg stehen mikrige 15,7% in Wien gegenüber. Die generelle Tendenz allerdings zeigt gesamtösterreichisch eine Abnahme der Geldstrafen ...Zum vollständigen Artikel

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