Arbeitnehmer in einem “heftigen Wut- und Erregungszustand”

Geraten Arbeitnehmer wegen einer Arbeitsanweisung dermaßen in Wut, dass sie sich selbst verletzen, können sie trotzdem später vom Arbeitgeber Lohnfortzahlung im Krankheitsfall verlangen. Nur wenn die Selbstverletzung auf grob fahrlässiges oder vorsätzliches Verhalten zurückzuführen ist, muss der Arbeitgeber keine Lohnfortzahlung leisten, entschied das Hessische Landesarbeitsgericht (LAG) in Frankfurt am Main in einem am Montag, 18.11.2013, bekanntgegebenen Urteil (AZ: 4 Sa 617/13).

Im entschiedenen Rechtsstreit ging es um einen schmerzhaften Wutausbruch eines in Osthessen in einem Baumarkt beschäftigten Warenauffüllers. Der Mann brachte im August 2012 an seinem Gabelstapler ein provisorisches Plexiglasdach als Wetterschutz an. Doch der betriebliche Sicherheitsbeauftragte ließ dies aus Sicherheitsgründen nicht durchgehen und verlangte den Abbau des Plexiglasdachs.

Der Beschäftigte geriet daraufhin derart in Wut, dass er nicht nur mit Verpackungsmaterial um sich warf, sondern auch dreimal mit der Faust gegen ein aufgestelltes Verkaufsschild schlug. Dieses war zwar aus Hohlkammerschaumstoff, dahinter verbarg sich aber auch eine harte Holzstrebe.

Prompt traf der Arbeitnehmer diese mehrfach mit seiner Faust und brach sich dabei die Hand. Vom 09.08.2012 bis 19.09 ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK