Verlust von Arbeitslosengeld II als ersatzfähiger Erwerbsschaden

Wird ein Geschädigter aufgrund eines Unfalls erwerbsunfähig und verliert er dadurch seinen Anspruch auf Grundsicherung für Arbeitssuchende (Hartz IV), so ist stellt dies einen ersatzfähigen Erwerbsschaden dar. Bezieht er aufgrund dieses Unfalls nunmehr zugleich eine Erwerbsunfähigkeitsrente, ist diese auf den Schadensersatz nicht anzurechnen.

Der Verlust eines Anspruchs des Verletzten auf Arbeitslosengeld II ist ein ersatzfähiger Erwerbsschaden. Der Verlust des Anspruchs des Geschädigten auf Arbeitslosengeld II ist dementsprechend bei der gemäß § 252 BGB, § 287 ZPO erfolgenden Berechnung seines durch das Schadensereignis bedingten Verdienstausfalls zu berücksichtigen.

Der Erwerbsschaden im Sinne von § 842 BGB umfasst alle wirtschaftlichen Beeinträchtigungen, die der Verletzte erleidet, weil und soweit er seine Arbeitskraft verletzungsbedingt nicht verwerten kann, die also der Mangel der vollen Einsatzfähigkeit seiner Person mit sich bringt.

Ein derartiger Vermögensschaden entsteht auch demjenigen, der den Anspruch auf Gewährung von Arbeitslosengeld II aus § 19 SGB II verliert, weil er verletzungsbedingt erwerbsunfähig geworden ist.

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs begründete der unfallbedingte Verlust des Anspruchs auf Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe aus § 117 Abs. 1 beziehungsweise §§ 190 ff SGB III in der bis 31.12.2004 geltenden Fassung einen Erwerbsschaden des Verletzten. Maßgeblich hierfür war, dass das Gesetz den Arbeitslosen wegen seiner Arbeitsfähigkeit und Bereitschaft zur Arbeitsleistung weiterhin als in den Arbeitsmarkt eingegliedert ansah und der Arbeitslose seine Leistungsansprüche verlor, wenn er unfallbedingt arbeitsunfähig wurde. Denn der Rechtsanspruch auf Arbeitslosenunterstützung entstand nicht schon durch die bloße Tatsache der Arbeitslosigkeit. Er setzte voraus, dass der Arbeitslose arbeitsfähig war und sich der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stellte ...

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