Die Heiratsfreudigkeit bei Schwerkranken : Nicht zwingend Versorgungsehe

Wenn Sie über den Markt gehen, erleben Sie mitunter erheiternde Gespräche, die in ihrem witwenschwarzem Humor von Männern nie zu überbieten wären.

Da fallen Sätze, in deren Folge Frauen kichernd und mit Verschwörerblick über die Schulter blicken. Vielleicht bein Gedanken, was wohl ein unterbeschäftigter und überambitionierter Polizeibeamter aus solchen Sätzen machen würde, hörte er sie beim Vorbeischlendern und auf dem Weg zum Marktwagen der Metzgerei mit den gschmackigen Leberkässemmeln, die er sich in seiner Brotzeitpause eben an Markttagen mittwochs immer holt und gönnt. Bei dann im Vorbeischlendern aufgeschnappten Sätzen wie:

“Den hab ich einfach sterben lassen.”

Kicher, kicher, wie nur Weibsen kichern können, wenn sie eben …….na, eben: Männer abmurkselig sterbseln lassen.

Welche diabolische Geschichte hinter solchen Sätzen liegt verrate ich Ihnen eines Tages an anderer Stelle, ebenso wie die Auflösung zu dem Satz eines Anwalts zu seinem Kanzleikollegen:

“Lass den verrecken, der geht mir sowas von auf die Nerven. Und dann wird eben ein Strafrechtsfall daraus, das ist mir dann auch wurscht”

Eine Leich’ muss lustig sein.

Das wissen Witwen. Wittiber wissen es auch.

Wen die letzteren verärgern, wenn sie es noch zu lustig haben, hat 1911 bereits Ludwig Thoma im gleichnamigen Stück beschrieben.

Wenn die ersteren nach der Leich’ noch gut zu lachen haben, wird ihnen die Suppe gelegentlich mit dem hässlichen Wort “Versorgungsehe” versalzen. Dass das eher Witwen als Witwern widerfährt, hat seinen Grund wie schon 1911 in der unterschiedlichen finanziellen Sicherheit und Absicherung von Frauen im Alter. Und so mancher Mann will sie auch dann nicht un- oder schlecht versorgt zurücklassen, wenn er eben – wie es so unverblümt von manchen Anverwandten dann heisst – lieber ans Sterben, als ans Heiraten denken sollte. Weil dazu gar medizinisch bereits Anlass und Grund besteht ...

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