Die Filesharing-Jahrensendrally

Eigentlich ist es in jedem Jahr wohl so. In diesem Jahr ist es jedoch gefühlt die bislang größte Jahresendoffensive der Inkassofirmen und Abmahnkanzleien bisher. Seit mehreren Wochen trudeln bei uns Mahnbescheide der Debcon GmbH ein. Nicht selten sind die Mandanten erheblich überrascht, denn in den meisten Angelegenheiten war seit Monaten oder Jahren nichts mehr geschehen. Ebenso ist meist überraschend, dass der Mahnbescheid dem Mandanten direkt zugeht und nicht in unserer Kanzlei einfliegt.

Der Hintergrund dieser Aktion ist, dass die meisten der geltend gemachten Forderungen mit Ablauf des Jahres 2013 verjähren würden. Ein Mahnbescheid unterbricht diese Verjährung. Da die Beantragung eines Mahnbescheides weder übermäßig schwierig noch aufwändig ist, ist ein solcher Mahnbescheid die einfachste Möglichkeit, eine Forderung erst einmal vor der Verjährung zu retten.

Für den Abgemahnten birgt dies jedoch ein erhebliches Risiko. Er verlässt sich in der Regel darauf, dass der einmal von ihm beauftragte Rechtsanwalt, sofern er sich bereits anwaltlich gegen die Abmahnung gewehrt hat, ihm jegliche Arbeit in dieser Angelegenheit abnimmt. Allerdings hat der zuvor beauftragte Anwalt in der Regel keine Kenntnis davon, dass ein Mahnbescheid in der Welt ist. Dieser wird nämlich nur dem Abgemahnten zugestellt, nicht jedoch dem Anwalt. Dies liegt daran, dass die Inkassofirma in der Regel “übersieht”, dass ein Rechtsanwalt bereits mit der Sache befasst ist. Selbst eine bewusste Umgehung des Rechtsanwaltes wäre für die Inkassofirma jedenfalls rechtlich zulässig.

Sicherlich ist es auch im Sinne der Inkassofirma, dass mancher Abgemahnte sich von einem solchen gerichtlichen Mahnbescheid beeindrucken lässt, und die Forderung nunmehr doch zahlt ...

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