Deppenapostroph

Immer noch versucht die Generalbundesanwaltschaft eifrig, Beate Zschäpe eine Beteiligung an den Morden des Nationalsozialistischen Untergrunds nachzuweisen. Dies scheint ihr allerdings überaus schwer zu fallen – bisher wurde im Prozess vor dem Oberlandesgericht München nur äußerst wenig belastbares Material zutage gefördert.

Nun enthüllt der „stern“1 in seiner heutigen Ausgabe ein forensisch-linguistisches Gutachten, in dem zwei Sprachwissenschaftler2 unabhängig voneinander die Besonderheiten in Sprache und Stil sowie charakteristische Fehler im Manifest des NSU im Vergleich zu privaten Briefen von Beate Zschäpe analysieren. Sollte ihr ausgerechnet der sogenannte „Deppenapostroph“ zum Verhängnis werden?

Die Nebenklägervertreter wollen nun ein gerichtliches Gutachten einholen lassen / Bild: RTL aktuell (Screenshot)

Die Gutachter fanden insbesondere folgende Auffälligkeiten im Vergleich der Dokumente:

Zschäpe setzt grammatikalisch unkorrekt Apostrophe ein (Apostrophitis) sie gebraucht gern doppelte Verneinung: „DER NSU WIRD NIEMALS DURCH EINE KONTAKTADRESSE ODER NUMMER ERREICHBAR SEIN, WAS ABER NICHT BEDEUTET DAS ER UNERREICHBAR IST.“ gern benutzt sie das Wort „GEGENÜBER“ und Konstruktionen mit „HANDELT ES SICH“ – beides taucht auch im Manifest auf. auffällig seien auch „hyperkorrekte Flexionssilben“: Zschäpe schreibt „eines Einkaufes“ und nicht eines Einkaufs. Sie schreibt auch „solchen Ausmaßes“ und „dieses Balanceaktes“. Im Manifest findet sich diese stilistische Eigenart wieder: „KEINE PARTEI ODER VEREIN IST DIE GRUNDLAGE DES NATIONALSOZIALISTISCHEN UNTERGRUNDES“ ...Zum vollständigen Artikel


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