Kinderwerbung am Prüfstand

Teresa Bogensberger und Alexander Stolitzka

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen (Minderjährige unter 14 Jahren) wird auch im Wettbewerbs- und Werberecht groß geschrieben. Die Gefahr, dass die Unerfahrenheit und Leichtgläubigkeit von Kindern insbesondere im Bereich der direkten Ansprache im Rahmen von Werbung und Marketingmaßnahmen ausgenützt wird, erfordert einen besonderen Schutz durch den Gesetzgeber.

Der Oberste Gerichtshof hat nun in einer aktuellen Entscheidung klargestellt, dass an Kinder gerichtete Werbung nicht absolut unzulässig, sondern nur dann als unlautere aggressive Geschäftspraktik anzusehen ist, wenn sie eine direkte Kaufaufforderung beinhaltet. Eine bloß mittelbare Aufforderung, bei der ein Produkt nur vorgestellt oder zum Besuch eines Geschäftslokals aufgefordert wird, ist jedoch zulässig. Somit ist einerseits eine Aufforderung an Kinder, wie z.B. „Kauf Dir das Buch“ oder „Sag Deinen Eltern, sie sollen das Buch kaufen“ als direkte Kaufaufforderung unzulässig. Andererseits ist die Information über konkrete Kaufgelegenheiten, wie z.B. „Komm in unser Buchgeschäft, dort gibt es viele spannende Bücher von …“, oder eine Aufforderung „Hör Dir auf der CD den Soundtrack an“, erlaubt. Der Unterschied liegt darin, dass im ersten Fall das Kind zu einem direkten Kaufentschluss aufgefordert wird, in den beiden anderen Fällen jedoch, als Zwischenschritt vor einem Kaufentschluss des Kindes, noch eine Auseinandersetzung mit dem Produkt stattfinden oder ein Besuch in einem Geschäftslokal folgen müssen ...

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