Leben, lieben, vergessen: Alzheimer mit 40

Sie vergisst immer öfter Passwörter , verlegt ihr Handy.

Passiert jedem mal. Kein Anlass, beunruhigt zu sein. Mit rund 40 Jahren. Ihre Arbeitskollegen aber wenden sich besorgt an ihren Mann: Seine Frau sei zunehmend verwirrt, man müsse etwas unternehmen.

Wie würden Sie reagieren? Sie selbst? Als Angehöriger?

Die Untersuchung in der Uniklinik Frankfurt ergibt schließlich die unfassbare Diagnose: Alzheimer im Frühstadium – mit gerade mal 42 Jahren.

Die Angst vor der Erkrankung ist verbunden mit dem Gedanken an den Tod – und den Verlust der Persönlichkeit, der Würde, wenn nach und nach unzählige Nervenzellen im Gehirn zugrunde gehen.

Etwa jeder hundertste Patient bekommt die Krankheit schon sehr früh – manche schon mit Ende 30. Anders als bei anderen Alzheimerpatienten ist meist ein Gendefekt Ursache des frühen Ausbruchs. Der geistige Verfall läuft dann ab wie im Zeitraffer.

Autor Thomas Liesen hat Yvonne Herber und ihre Familie drei Jahre lang bei ihrem verzweifelten Kampf gegen das Vergessen begleitet. Wie der Vater und Ehemann nun verantwortlich wird: Organisation des Haushalts, Yvonnes Therapien, die Schulprobleme seines Sohnes. Und wichtiger noch: Er will die Familie zusammenhalten, seiner Frau und seinem Sohn gerade jetzt Sicherheit und Geborgenheit geben. Hans Herber, der im Schichtdienst arbeitet, kommt bald an seine Grenzen.

Derweil hoffen die Ärzte, den rapiden Krankheitsverlauf mit ganz neuen Therapien stoppen zu können. Dazu ist nötig, die Ursache genau zu kennen und zu testen, ob Yvonne wirklich eines der seltenen Alzheimergene trägt. Aber die Wahrheit des Tests hat Wirkungen auch für das Leben des Sohnes, wenn sie es an ihn vererbt haben könnte. Die Wahrscheinlichkeit läge bei 50 Prozent ...

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