"Deutsches Internet": Fällt die Deutsche Telekom bald als allen (Schengen-) Clouds?

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt: Rechtzeitig zum Beginn des rheinischen Karneval fand heute in Bonn der zweite „Cyber Security Summit“ oder auch „IT-Gipfel“ statt. In dessen Rahmen hat sich Telekom Chef Obermann erneut für ein „innerdeutsches Internet“ stark gemacht. Danach soll ein Gesetz künftig sozugen Auslandsreisen von deutschen Datenpaketen verhindern, wenn Sender und Empfänger in Deutschland ansässig sind. Der Plan des „National Routing“ wird wohl auch in den Koalitionsverhandlungen auftauchen.

Ferner ist auch ein sogenanntes „Schengen-Routing“ im Gespräch. Unter anderem der IT-Branchenverband Bitkom hat sich dafür ausgesprochen, zu prüfen, ob die Datendurchleitung von E-mails („Routing“) innerhalb des Schengen-Raums mehr Sicherheit schaffen kann als ein Routing via transatlantischer Kabel über Netzwerkrechner in den USA.

Das hätte eine Reihe von möglicherweise negativen Folgen für den deutschen Endnutzer: So könnte ein nationales Netz bedeuten, dass es nur noch die Telekom als Anbieter gäbe. In Deutschland ist sie der größte Anbieter von Leitungen, auch in Europa ist ihr Netz riesig. Diese potentielle Marktmacht könnte das Unternehmen nutzen, um von allen anderen für den Transport der Daten Geld zu verlangen. Schließlich suchen sich bei Internet-Verbindungen das Datenpaket normalerweise den schnellsten, nicht notwendigerweise den kürzesten Weg zum Empfänger. Ein Schengen-Routing bedeutet dass die Daten möglicherweise nicht über den schnellsten Weg zum Empfänger gelangen. Die Folgen: Verzögerungen, verminderte Bandbreite usw ...

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