“Hey, fang!” {Herumwerfen von Wuchtgewichten in Kfz-Betrieb ist persönlich-privater Bereich}

“Hey, fang!”

Ob das Gericht anders entschieden hätte, wäre solche eine oder eine andere verbale Aufforderung dem Schadensgeschehen vorangegangen?

Wäre dann das Herumwerfen von Wuchtgewichten in Kfz-Betrieb kein dem persönlich-privaten Bereich zuzuordnendes Handeln gewesen?

Nach dem Urteil des LAG Hessen war es das im kürzlich entschiedenen Fall. Nicht die erste Lektion des Auszubildenden, die er erhielt. In seinem Ausbildungsbetrieb. Aber eine mit teurem Lehrgeld.

Unvergleichbar.

Unvergleichbar teurer für den Ge- und Betroffenen des Geschehens. Dieser trug eine Hornhautverletzung und eine Oberlidrandverletzung davon, wurde mehrfach operiert. Dabei wurde ihm eine künstliche Augenlinse eingesetzt. Wegen der verbliebenen Hornhautnarbe leidet er an einer dauerhaften Sehverschlechterung und dem Verlust des räumlichen Sehvermögens. Diese Verletzungen und ihre Folgen waren Gegenstand der Klage des 18-jährigen Klägers gegen einen Kollegen nach folgendem Geschehen:

Am 24. Februar 2011 war der Beklagte des vorliegenden Rechtsstreits in seinem Ausbildungsbetrieb, einer Kfz-Werkstatt in Bad Homburg, mit dem Auswuchten von Autoreifen beschäftigt. Der zum damaligen Zeitpunkt 18-jährige Kläger, ebenfalls Auszubildender, stand etwa 10 m weiter weg.

Der Beklagte warf ohne Vorwarnung ein etwa 10 g schweres Wuchtgewicht aus Aluminium in Richtung des Klägers und traf ihn am linken Auge, am Augenlid und an der linken Schläfe ...

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