Gefährdungshaftung – was ist das?

Normalerweise setzt ein Schadensersatz ein schuldhaftes Verhalten (Vorsatz oder Fahrlässigkeit) des Schädigers voraus.

In bestimmten Fällen besonderer Gefährdung gibt es allerdings Ausnahmen von diesem Prinzip. Ein Ersatzanspruch besteht dann bereits allein deshalb, weil sich eine bestimmte, typische Gefahr konkretisiert hat. Das ist die Gefährdungshaftung, eine “Schadensersatzpflicht, die kein Verschulden (Verschuldenshaftung) voraussetzt, sondern darauf beruht, dass der Ersatzpflichtige bei einer erlaubten Tätigkeit unvermeidlich eine gewisse Gefährdung seiner Umgebung herbeiführt.” (Quelle:Gabler Wirtschaftslexikon)

Rechtsanwältin Sandra Deller

Die Gesellschaft erlaubt bestimmte Betätigungen, auch wenn sie mit Gefahren für Mensch und Umwelt verbunden sind, weil die gesellschaftliche Nützlichkeit Vorrang vor der Gefährlichkeit hat. So ist das Fahren eines PKWs oder LKWs oder auch das Betreiben eines Kernkraftwerkes trotz der potentiellen Gefährlichkeit erlaubt bzw. sogar gesellschaftlich erwünscht. Kommt es, auch ohne Verschulden des Betreibers, zu einem Personen- oder Sachschaden, muss derjenige, der Nutzen aus der Betätigung zieht, für den Schaden einstehen

Die Gefährdungshaftung beruht also auf dem Gedanken, dass der, der erlaubterweise eine gefährdende Betätigung ausübt oder eine gefährliche Anlage betreibt und daraus Nutzen zieht, den Schaden zu tragen hat, den andere erleiden, wenn sich die Gefahr, die typisch für die Betätigung oder die Anlage ist, verwirklicht hat.

Besonders hervorzuheben sind drei Bereiche der Gefährdungshaftung:

Zum einen gibt es die Haftung desjenigen, der ein Kraftfahrzeug hält ...

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