Wie gewonnen so zerronnen – wenn der Arbeitnehmer seinen Lohn an den Insolvenzverwalter zurückzahlen muss

Haben Beschäftigte rückständigen Lohn bei ihrem Chef zwangsweise eintreiben lassen, muss das Geld bei einem bis zu drei Monate darauf erfolgten Insolvenzantrag unter Umständen wieder zurückgezahlt werden. Der Insolvenzverwalter kann den per Pfändungsbeschluss eingetriebenen Lohn entsprechend der gesetzlichen Verjährungsfrist noch bis zu drei Jahre später wieder vom Arbeitnehmer zurückfordern, urteilte am Donnerstag, 24.10.2013 das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt (AZ: 6 AZR 466/12). Meist kürzere tarifliche Vorschriften, bis wann Zahlungsansprüche geltend gemacht werden müssen, seien hier nicht anzuwenden.

Im konkreten Fall war die Klägerin seit 1983 bei einem bayerischen Unternehmen beschäftigt. Doch das Unternehmen geriet offenbar in Zahlungsschwierigkeiten und war bei den Lohnzahlungen in Verzug. Die Angestellte trieb daher per Zwangsvollstreckung ihren offenen Lohn von 1.991,00 € ein. Keine drei Monate später stellte das Unternehmen am 10.05.2007 einen Insolvenzantrag.

Nachdem das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, erhielt die Klägerin im April 2010 unliebsame Post vom Insolvenzverwalter. Dieser forderte die per Zwangsvollstreckung eingetriebene Lohnzahlung wieder zurück. Dies sehe die Insolvenzordnung so vor ...

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