Griechenland in der Krise

Allen Beschwichtigungsformeln der deutschen Politik im vergangenen Wahlkampf zum Trotz dauert die Krise des Euroraumes an. Die nationalen Krisen der Euroländer sind Ausdruck der nach wie vor andauernden globalen Wirtschaftskrise. Ob Irland, Spanien, Portugal oder Griechenland, die dramatischen Entwicklungen in diesen besonders betroffenen europäischen Staaten sind partikulare und lokale Ausprägungen eines globalen Phänomens, das in den je spezifischen sozio-historischen Kontext dieser Länder eingebettet ist.

In Griechenland, dem europäischen Sorgenkind Nr. 1, ist die Lage so dramatisch, dass von einer veritablen Staatskrise gesprochen werden muss – nicht nur ökonomisch, sondern in allen Aspekten des griechischen Gemeinwesens. Ob es sich um die gnadenlos grassierende Pauperisierung der Mittelschicht, die zeitweise gewaltsamen Auseinandersetzungen auf den Straßen Athens und Thessalonikis, den zunehmenden aggressiven und gewaltsamen Rassismus, den unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch des akademischen Systems oder die staatsstreichartige Festnahme von Parlamentsabgeordneten der neonazistischen Partei „Goldene Morgenröte“ handelt, die Krise hat weitreichende Auswirkungen. In Griechenland steht nicht weniger auf dem Spiel als das Funktionieren der Demokratie.

Demokratisierung als Ziel der europäischen Integration Griechenlands

In der modernen Geschichte Griechenlands war Staatsverschuldung ein beständig wiederkehrendes Thema, das Land ist bereits mehrfach bankrott gegangen. Auch als 1981 der Beitritt Griechenlands zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) vollzogen wurde, handelte es sich nicht eben um ein wirtschaftlich prosperierendes Land, das da zum zehnten Mitgliedstaat der EWG wurde. Nach der Obristendiktatur unter Papadopoulos von 1967 bis 1974 erholte sich das gebeutelte Land wirtschaftlich nur langsam ...

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