Aufenthaltsbestimmungsrecht für die Mutter trotz eigenmächtige Trennung der Kinder vom Vater?

Ein praktischer Fall zum Aufenthaltsbestimmungsrecht: Emilia und Vater Horst leben mit ihren drei minderjährigen Kindern im eigenen Haus in Nürnberg voneinander getrennt. Emilia fährt eines Tages mit den drei Kindern zu ihren Eltern nach Dresden in Urlaub – aber sie kehrt nicht zurück und teilt Horst mit, dass sie mit den Kindern nach Dresden umziehen werde.

Horst ist entsetzt und möchte die Kinder zu sich nehmen. Er stellt im Wege einer einstweiligen Anordnung beim Familiengericht Nürnberg den Antrag, das Aufenthaltsbestimmungsrecht für die drei Kinder auf ihn zu übertragen. Zur Begründung trägt er vor, dass Emilia ihm die Kinder eigenmächtig und widerrechtlich entzogen habe. Sie sei depressiv und deshalb nicht in der Lage, die Kinder vollumfänglich zu sorgen. Sie sei nach der Geburt der Zwillinge völlig überfordert gewesen, weshalb er Elternzeit genommen und sich um die Kinder und um Emilia gekümmert habe.

Das Amtsgericht Nürnberg, das einen Verfahrensbeistand für die Kinder bestellt hatte, lehnte den Antrag von Horst ab und übertrug Emilia das Aufenthaltsbestimmungsrecht mit der Begründung, dass Emilia die Hauptbezugsperson der Kinder sei, sich die Kinder für einen Verbleib bei der Mutter ausgesprochen hätten und die Emilias Eltern sie in der Kinderbetreuung unterstützen könnten. Gegen diese Entscheidung über die Aufenthaltsbestimmung legte Horst Beschwerde ein beim OLG Nürnberg. Das OLG Nürnberg wies die Beschwerde von Horst mit Beschluss vom 22. Mai 2013 (Az: 7 UF 641/13) zurück ...

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