Verbrannt

Die Eheleute suchten gemeinsam eine Anwältin auf, um sich in ihrer Scheidungsangelegenheit beraten zu lassen. Schon bei Beginn wurden unterschiedliche Auffassungen deutlich.

Die Ehefrau mandatierte daraufhin einen anderen Anwalt. Der Ehemann ließ sich zunächst von der eingangs genannten Anwältin vertreten. Später kündigte er ihr Mandat und wechselte zu einer anderen Kanzlei.

Die Honorarklage der Anwältin über 1.911,36 € blieb in 3 Instanzen erfolglos.

Der BGH lässt offen, ob überhaupt ein wirksamer Vertrag zwischen Anwältin und Ehemann zustande gekommen ist, jedenfalls aber könne sie ihren Anspruch auch in diesem Fall gemäß § 242 BGB nicht geltend machen, da dem Ehemann dann Schadensersatzansprüche in gleicher Höhe zustünden („dolo facit…“)

Die Klägerin habe es unterlassen, die Eheleute darauf hinzuweisen,

dass ein Anwalt im Grundsatz nur einen von ihnen beraten kann, dass sie bei einer gemeinsamen Beratung nicht mehr die Interessen einer Partei einseitig vertreten darf, sondern sie die Eheleute nur unter Ausgleich der gegenseitigen Interessen beraten kann, und dass sie jedenfalls dann, wenn die gemeinsame Beratung nicht zu einer Scheidungsfolgenvereinbarung führt und widerstreitende Interessen der Eheleute unüberwind ...

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