Mindestlohn, Moral und Mediale Aufregung: Moderne Sklavenhaltung

Ob es um Mindestlohn, Minijobs oder mediale Aufreger moderner Sklavenhaltung geht – mit dem Finger wird gern auf alle anderen gezeigt. Wie aber halten es Medien selbst mit den Preisen für Leistung anderer?

Suchen und finden Sie mal Jobs jenseits von Minijobs und Praktika in den Medien! In den Online- wie Printmedien quer durch alle Sparten, in denen für Werbeflächen gute Preise, für Leistungen von Textern und Pixellieferanten bei weitem weniger gut bezahlt wird, bis hin zu lowlowlowest budget. Aber Headlines über moderne Sklavenhaltung prangern an, wo unterhalb von Stundensätzen bezahlt und den Geringstverdienern noch Geld für Unterkünfte abgezogen wird.

Achten Sie aber doch ruhig einmal darauf, woher die Masse des Bildmaterials stammt, quer durch alle regionalen wie überregionalen Zeitungen und Onlinemedien. In welchen Agenturen 1x gekauft, ungezählte Male wiederverwendet, zum Preis von weniger als 1 Euro Lizenzgebühr, von denen regelmässig nur wenige cents weit unter dem 1 Euro beim Urheber landen. VOR Steuer. Schauen Sie auch einmal hin, woher das Bildmaterial der Websites des Bundestages, des Bundesrates stammt. In dem so heftig über Mindestlohn debattiert wird. Sie glauben, die eine oder andere Partei und deren Abgeordneten seien da besser und moralisch besser? Mitnichten! Blättern Sie in den Seiten der Parteien und ihrer Ortsverbände, auf den Websiten der Abgeordneten und achten Sie darauf, woher dort das Bildmaterial stammt. Sie werden bei Parteien, die sich so skandalisierend über die miserablen Einkommen arbeitender Menschen jede Menge Pixelmaterialien finden, die beim “Discounter” für Fotolizenzen unter den Agenturen eingekauft werden. Wir reden nur von Einkommen vor Steuern, nicht von dem, was der Bildlieferant noch von solchem EInkommen selbst finanzieren muss. Wasser predigen, Wein saufen – altes Lied. Die Liste lässt sich fortsetzen ...

Zum vollständigen Artikel

  • Tagelöhner in München - Ware Mensch

    sueddeutsche.de - In München sind viele Tagelöhner aus Osteuropa. Die Tagelöhner in München hoffen auf kurzfristige Jobs.

  • „Das ist moderne Sklavenhaltung“

    merkur-online.de - Murnau - Es ist kein Geheimnis, dass viele Billiglöhner aus Südosteuropa systematisch in Deutschland ausgebeutet werden - ob nun in Schlachthöfen, im Bau- oder Transportgewerbe.

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK