DieTitelaberkennung wegen Satzungsverstoß

Die Ergebnisse einer Doktorarbeit werden nicht dadurch in Frage gestellt, dass die im Rahmen der Promotion erhobenen Daten in einer Publikation, an der der Doktorvater mitgewirkt hat, verfälscht worden sind. Dadurch ist der Doktorand nicht verpflichtet, diese verfälschten Daten zu diskutieren oder deren Unrichtigkeit in der Arbeit zu erörtern.

Mit dieser Begründung hat das Verwaltungsgericht Gießen in dem hier vorliegenden Fall die die Aberkennung eines Doktorgrades durch die Justus-Liebig-Universität Gießen aufgehoben. Die Klägerin hatte den Doktorgrad 2001 mit einer Doktorarbeit zur postoperativen Schmerztherapie erlangt. Grund für die Aberkennung des Doktorgrades und die ebenfalls verlangte Streichung einer Quelle im Literaturverzeichnis der Arbeit war eine Publikation, die unter Nennung der Klägerin als Mitautorin im Jahr 1998 aber mit Daten, die von den von der Klägerin für ihre Dissertation erhobenen abwichen, veröffentlicht worden war. Die Justus-Liebig-Universität warf der Klägerin vor, sie habe gegen die Satzung der Universität zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis verstoßen, weil sie die Publikation in ihre Doktorarbeit aufgenommen habe, obwohl sie selbst bestreite, Mitautorin zu sein und in ihrer Arbeit auch die in der Publikation genannten Daten nicht diskutiert habe ...

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