“Jetzt mach mal hübsch die Lauscher auf und hör gut zu, liebe Rentenversicherung….!”

………was das Sozialgericht Dir zu sagen hat. Sonst gibt’s was auf die Löffel. Nicht den Kochlöffel, naturellement, sondern: Auf die Ohren. Oder sie werden Dir langgezogen. Länger als die des legendären Lulatsch.

Also, lausche, lerne, liebe Rentenversicherung:

Wenn ein Küchenchef ein höherwertiges Hörgerät wil und in seinem Beruf auch auf eine besonders gute Hörfähigkeit angewiesen ist, die nicht mit einem sogenannten Festbetragsgerät ausgeglichen werden kann. Dann, liebe Rentenversicherung, musst Du in Dein Zwiebel-Leder-Portemonnaie greifen und dafür sorgen, dass der Küchenchef auch beim Zwiebelschälen oder -Schnibbeln oder Zwiebelschalenschälenlassen das hören kann, was er hören will und muss. Denn dann hat der Küchenchef auch Anspruch auf eine Versorgung mit einem höherwertigen Hörgerät.

Der Entscheidung des Sozialgerichts Gießen lag der Fall eines 52jährigen Koches aus dem Lahn-Dill-Kreis zugrunde, der als Schwerbehinderter anerkannt war. Seit Juni 2011 ist er als Küchenleiter in einer Kantine beschäftigt. Er leidet an einer rechtsseitigen Taubheit und linksseitigen 30%igen Schwerhörigkeit. Seine Krankenkasse hatte sich im Rahmen der Grundversorgung bereit erklärt, ihm Kosten für ein Hörgerät in Höhe von 553,50 € zu erstatten. Dieser Betrag entsprach dem zwischen der Krankenkasse und der Bundesinnung der Hörgeräteakustiker geschlossenen Vertrag für ein einfaches Hörgerät, mit dem in der Regel im Alltag ein ausreichendes Hören ermöglicht wird.

Das genügte dem Kläger jedoch nicht. Er machte geltend, seine Erwerbsfähigkeit sei gefährdet. Er habe bei einer Hörgerätefirma verschiedene Hörgeräte ausprobiert, u.a. auch ein Festbetragsgerät. Bei diesem Gerät sei es so gewesen, dass die Geräusche nicht gefiltert und z.B. das Klappern von Geschirr und Nebengeräusche für ihn unerträglich gewesen wären. Den besten Hörerfolg habe er mit einem digitalen Hörgerät erzielt, das aber 2990 € koste ...

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