Geschäftemacherei mit Protz, Pizza, Prominenz und Presse ?

Es gab eine Zeit, da führte die Freude über einen Deutschen als Papst in Rom dazu, dass allerlei Souvenirs und Kulinarik dessen Namen erhielten. Nach 500 Jahren schäumte nicht allein das nach ihm benannte Papst-Bier vor Freude über, dass wieder deutsche Füsse den Weg zum päpstlichen Amtssitz gefunden hatten.

Es gab – noch etwas früher im Dezember 1076 bis Januar 1077 – einen, der Papst Gregor VII. auf dessen Weg nach Augsburg im Konflikt entgegenzog und auf der Burg Canossa versuchte, die Lösung vom Kirchenbann (Anathema) zu erreichen, der ihm vom Papst auferlegt worden war. Damals stritten Kaiser und Papst um das Verhältnis von weltlicher und geistlicher Macht und um die Rolle der Reichskirche. Dabei ging es im sog. Investiturstreit u.a. um das Recht der Investitur, der Einsetzung von Bischöfen und Äbten in ihre Kirchenämter. Die Inhaber dieser Ämter übten zugleich höchste Funktionen im Staatsapparat des Kaiserreiches aus. Die Befreiung vom Bann mit dem Büßergang nach Canossa erreichte der 26-jährige König Heinrich IV. Die Debatte um die Befugnisse der Einmischung der Kirche in weltliche Herrschaftsbefugnisse und den Zwang der Königs zur Unterwerfung vor dem Papst war damit nicht beendet und fand sich auch in Historiengemälden wieder.

Nun ist erneut ein Deutscher nach Rom “gepilgert”, wenn man das “Pilgern” nennen kann, bezogen auf Anlass, Thema und Wahl der Flugklasse nach vorangegangenen Entscheidungen bei Flügen, Penunzen und Protz und deren Skandal und Skandalisierung in Presse und Medien.

Man kann viel deuten in eine Audienz, auf die ein Bischof erst warten musste, der eiligst nach Rom geeilt war, als es siedendheiss hochkochte um ihn, wie weiland mancher Scheiterhaufen der Inquisition. In das Wartenlassen und Wartenmüssen. In die überschaubare Dauer von 20 Minuten dieser Audienz – in jede Richtung lässt sich da deuten ...

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