Radio Larifari und der rechtlich-mediale Schwachsinn

Es gibt allerlei gute, schlechte, kreative, dumme und virale Marketingideen im Netz. Vor allem viral soll es nach der Meinung vieler Kreativer schon sein. Allein – viral bedeutet nicht auch, dass es sich um etwas Gutes handelt. Für den rechtlich-medialen Schwachsinn des Monats hat gestern Radio Charivari aus München (“Münchens Hitradio”) gesorgt. Dabei könnte man meinen, die Leute hätten mediales Know-How an Bord oder jedenfalls Verstand genug, um sich (rechtzeitig) beraten zu lassen.

Die Idee der Moderatoren Herold und Jenna (oder von wem auch immer das stammt) ist so simpel wie offensichtlich rechtlich und medial völlig daneben: Der letzte Kommentar zu einem Bild, auf dem die beiden mit jeweils 10 x 500-€-Scheinen in der Hand scheinbar nichtsahnend grinsen sollte das Geld, insgesamt 10.000 €, bekommen. Jeder, aber auch wirklich jeder, der einen Computer anschalten kann, ahnt, wie das ausgegangen sein muss. Die Aktion war nur eines: viral. Binnen weniger Stunden kamen nämlich weit über 500.000 Kommentare zusammen. Die aber kippten im Laufe der Zeit von nach bis der Shitstorm vollkommen war (und noch immer ist). Die eifrigen User hatten nämlich erkannt, was allzu offensichtlich ist:

Es gibt keinen letzten Kommentar. Theoretisch dauert das “Gewinnspiel” nämlich bis zu dem Tag, an dem das Internet abgeschaltet wird, weil immer wieder ein neuer Kommentar kommt, wenngleich die zeitlichen Abstände größer werden. Zu recht kamen sich die Facebook-Nutzer daher verarscht vor. Medial ist das eine Katastrophe mit Ansage. Viele Verläufe und Reaktionen im Internet sind definitiv nicht vorhersehbar. Der Verlauf dieses Gewinnspiels kommt der abendlichen Annahme gleich, es werde morgen nicht mehr hell ...

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