Verbreitung eines Streikaufrufs im Intranet des Arbeitgebers?

Darf ein Arbeitnehmer einen vom Arbeitgeber für dienstliche Zwecke zur Verfügung gestellten personenbezogenen E-Mail-Account (Vorname.Name@Arbeitgeber.de) für die betriebsinterne Verbreitung eines Streikaufrufs seiner Gewerkschaft an die Belegschaft nutzen?

Wie fänden Sie es, wenn man Sie zur Kasse bitten würde, um mit dem Geld den Anwalt des Prozessgegners in einem Prozess gegen Sie zu bezahlen? Das Prinzip wäre so ähnlich. Es geht darum, mit Finanz- und Sachmitteln den eigenen Gegner auszustatten, der dann mit genau denselben zuschlägt. Burgherren würden sich im Mittelalter den Finger an die Stirn getippt und den siedenden Teerkübel über die Zinnen gekippt haben, hätte unten einer gesagt: “Heeee, daaa, Burgherr! Rück mal Deine Waffen raus, damit ich Dir damit die Recken niederstrecken kann, die Deine Burg schützen sollen.”

Nur, dass der Kläger im Fall beim BAG schon in der Burg sass und munter mit den Waffen der Neuzeit spielend die Mannschaft zum Zug zu Felde rief. Mit PC und Mail statt Schild und Schwert.

Während Ver.di in München von draussen rein will bei einem Möbelhändler, der quasi eine Aussperrung de facto hinlegt und streikt, seine Filiale auf der Theresienhöhe weiter zu führen und seither seine geschlossene Filiale von anderen als den dort bisher tätigen Mitarbeitern abwickeln lässt, weil das ja sonst schon bissi die umgehend freigestellten Mitarbeiter der Filiale traurig machen würde und eigentlich ziemlich fies wäre, wenn sie selbst noch abwickeln sollten, geht es beim BAG um das, was zu Streikzwecken raus soll. Raus – per Mail. Vom Arbeitgeberaccount. Welcher Arbeitgeber das ist, wissen wir nicht. Ob das aber so erlaubt ist, das hat das BAG nun wissen lassen in folgendem Fall und folgendem Sachverhalt:

Die Arbeitgeberin betreibt ein Krankenhaus mit 870 Beschäftigten ...

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