Begutachtung einer 15-Jährigen gegen Willen der Eltern im Kindesschutzverfahren?

So manchem könnte die Begründung des Oberlandesgerichts ein bisserl nach Erziehung nicht nur einer 15-Jährigen, sondern auch noch der Eltern anmuten.

So nach dem Motto: Und bist Du nicht willig und kooperativ (genug?) unserer Meinung und folgsam, dann……

Es geht um die Frage: Kann Eltern im Wege der einstweiligen Anordnung das Aufenthaltsbestimmungsrecht und das Recht zur Gesundheitsfürsorge für eine Fünfzehnjährige zu entziehen sein, damit die verhaltensauffällige Jugendliche im Kindesschutzverfahren ordnungsgemäß begutachtet werden kann?

Diese Frage hatte der 8. Senat für Familiensachen des Oberlandesgerichts Hamm bereits mit einem erst heute veröffentlichtem Beschluss vom 31.07.2013 zu entscheiden zu folgendem Sachverhalt:

Die Fünfzehnjährige wohnt mit ihren Eltern im Kreis Coesfeld.

Nachdem sie im Jahre 2012 durch häufige Fehlzeiten in der Schule aufgefallen war und ihre Eltern weder auf Schreiben der Schule noch auf Einladungen zu einer Schulunfähigkeitsuntersuchung reagiert hatten, regte das zuständige Jugendamt ein Kindesschutzverfahren an.

Im Einvernehmen mit ihren Eltern wurde die Jugendliche zunächst in einer Kinder- und Jugendklinik stationär behandelt. Dabei zeigte sie ein behandlungsbedürftiges Selbstbild und gestörte persönliche Verarbeitungsmechanismen ...

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