Keine Quittung

Mein Mandant fiel bei einer Polizeikontrolle auf. Er war mit einem angeblich gestohlenen Fahrrad unterwegs. Jedenfalls war der Drahtesel als gestohlen gemeldet. Nach der Kontrolle musste mein Mandant nicht nur zu Fuß weitergehen, kurz darauf kriegte er auch Post von der Polizei. Vorwurf: Hehlerei.

An sich ein ganz alltägliches Verfahren. Die Verteidigung gegen so einen Vorwurf ist allerdings nicht unbedingt simpel. Staatsanwälte bejahen schnell den bedingten Vorsatz, wenn jemand keine ordnungsgemäße Quittung für eine Ware hat. Und auch nicht sagen kann, woher das Corpus Delicti denn nun stammt. Mein Mandant war jedenfalls nicht in der Lage, den Trödler seines Vertrauens zu benennen. Immerhin, das muss man ihm zu Gute halten, will er das Fahrrad ja schon mehr als zwei Jahre fahren.

Solche Erinnerungslücken gehen aber gern nach hinten los, wenn nach dem Staatsanwalt auch ein Richter keine allzu hohen Anforderungen an den Vorsatz stellt. Kann man erst mal nichts machen. Oder vielleicht doch. Aus der Ermittlungsakte ergab sich nämlich eine interessante Vorgeschichte.

Der ursprüngliche Käufer des Rades zeigte sich bei der Polizei, die ihn als Zeugen befragte, redselig. Er erzählte, ihn seien damals innerhalb von knapp drei Wochen vier (!) Fahrräder aus der Tiefgarage geklaut worden. Das muss ungefähr so gelaufen sein: Fahrrad futsch, neues Fahrrad gekauft. Und das drei Mal hintereinander ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK