Kapitalisierung von Ansprüchen

Nach einem schweren unverschuldeten Unfall oder einem Behandlungsfehler stehen den Geschädigten aufgrund der Unfallfolgen Schadensersatzansprüche zu. Ist ein Dauerschaden eingetreten, wie beispielsweise eine lebenslange Einschränkung der Beweglichkeit, sind dabei nicht nur die Schadensersatzansprüche für die Vergangenheit, sondern auch die für die Zukunft zu berücksichtigen.

Einmalzahlung Oftmals ist es günstig, sämtliche Ansprüche – auch die für die Zukunft – in Form einer Einmalzahlung abzufinden. Dabei werden die Ansprüche für die Vergangenheit einfach addiert. Was die Ansprüche für die Zukunft angeht, hat der Geschädigte einen Anspruch auf Zahlung einer Rente, die grundsätzlich Monat für Monat fällig wird, und je nach Anspruch auch bis zum Lebensende. Um im Rahmen einer Abfindung den „richtigen“ Einmalbetrag zu ermitteln, muss sichergestellt werden, dass dieser, unter Einsatz des Kapitals und der daraus erwirtschafteten Zinsen, den monatlichen Rentenbetrag für den Geschädigten sichert. Diesen Vorgang nennt man Kapitalisierung. Jeder in Rentenform geschuldete Schadensersatzanspruch (wie z.B. Verdienstausfallschaden, Haushaltsführungsschaden, Mehrbedarfsschaden) muss dabei, wenn er in der Zukunft fortbesteht, einzeln kapitalisiert werden.

Valeska Strunk, Rechtsanwältin

Was bedeutet Kapitalisierung und wieso kann man die Ansprüche in der Zukunft nicht einfach addieren? Der Hintergrund und die Berechnung der Kapitalisierung eines Anspruchs wird am besten am Beispiel des Verdienstausfallschadens eines Geschädigten deutlich:

Max M., 50 Jahre alt, erlitt unverschuldet einen schweren Verkehrsunfall und ist zu 100% erwerbsunfähig. Ersatzleistungen wie Erwerbsunfähigkeitsrente etc. erhält er nicht. Sein monatlicher Nettoverdienst betrug vor dem Unfall 2.500 €. Der Unfall liegt bereits 3 Jahre zurück. Herr M. hat von der Versicherung noch keine Zahlungen auf den Verdienstausfallschaden erhalten ...

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