Braucht die Justiz bald eine Männerquote?

Die vergangene Woche stand gänzlich im Zeichen der Frauen in der deutschen Justiz: „Die neue Rechtsordnung: Wie Frauen den Gerichtssaal übernehmen“ jubilierte Annette Ramelsberger im Magazin der Süddeutschen Zeitung. Das Hamburger Abendblatt titelte „Justiz wird in Hamburg zur Frauensache“. Die bevorzugte Einstellung von Frauen war erfolgreich: Die Hälfte der Richter und Staatsanwälte ist in Hamburg weiblich. Brauchen wir demnächst eine Männerquote?

Justitia ist schon immer weiblich // Foto: Lupo / pixelio.de

Böse Zungen behaupten recht hartnäckig: „Krückstock oder Eierstock“ seien die maßgeblichen Einstellungskriterien für eine Karriere im Staatsdienst. So lag in Nordrhein-Westfalen die Quote der eingestellten Richterinnen im Jahr 2011 bei 62 %. Dies bewegte den Richterbund NRW dazu, eine Warnung vor „zu vielen“ Frauen in der Justiz auszusprechen. Und selbst in Bayern werden seit zehn Jahren mehr Frauen eingestellt als Männer, dort lag die Quote im letzten Jahr gar bei 65 % – also wurden dort doppelt soviele Frauen wie Männer eingestellt. Auch der Präsident des Oberlandesgerichts, Landgerichts, Arbeits- und Sozialgerichts ist in Hamburg eine Präsidentin, beim Amtsgericht, Verwaltungs- sowie Finanzgericht jeweils Vizepräsidentin. In Berlin sieht das ganz ähnlich aus. Selbstverständlich ist Gleichberechtigung richtig und wichtig – dies darf und soll hier auch keineswegs in Frage gestellt werden. Aber Gleichberechtigung ist natürlich auch keine Einbahnstraße ...

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