Paparazzi-Fotos beim Verlassen von Entzugsklinik: Landgericht Köln urteilt über Unterlassungsansprüche von alkoholkranker Schauspielerin und ihrer Familie

Das Bundesverfassungsgericht und der Bundesgerichtshof haben zu den Persönlichkeitsrechten von Prominenten eine Vielzahl an Grundsatzentscheidungen aufgestellt. Ein aktuelles Urteil des Landgerichts Köln (Urt. vom 14.08.2013; Az. 28 O 144/13) fasst diese Grundsätze nochmals nahezu vollständig in besonders anschaulicher Weise zusammen.

Verfahrensgegenstand war eine Fotografie, welche eine alkoholkranke Schauspielerin beim Verlassen einer Entzugsklinik mitsamt ihrem Ehemann (gleichzeitig Manager) sowie ihrem minderjährigen Kind (dem Adoptivsohn ihres Ehemanns) zeigte. Diese Fotografie, welche heimlich aufgenommen worden war, wurde unter der Überschrift „K – Drama um ihr Kind! Der leibliche Vater ist in Sorge“ in einer Zeitschrift veröffentlicht. Alle drei Abgebildeten machten daraufhin gegenüber dem verantwortlichen Verlag Unterlassungsansprüche geltend. Sie waren der Auffassung, dass sich die Unzulässigkeit bereits aus der Heimlichkeit der Aufnahme ergebe. Außerdem zeige die Fotografie sie in einer erkennbar privaten und zurückgezogenen Situation, welche – wenn überhaupt – nur einen untergeordneten Bezug zu der Alkoholerkrankung der Schauspielerin aufweise.

Die Beklagte hingegen trug vor, dass die Schauspielerin durch eine langjährige und massive Zurschaustellung privater Angelegenheiten das Interesse an ihrer Person bewusst gefördert habe. Tatsächlich hatten die Schauspielerin und ihr Ehemann ihr gemeinsames Eheleben umfangreich in den Medien vermarktet. Auch die Alkoholabhängigkeit der Schauspielerin wurde von dem Ehepaar im Nachgang zu einem verunglückten TV-Auftritt umfassend in den Medien thematisiert. Dies ging so weit, dass sie sich im Rahmen von zwei Exklusiv-Titelgeschichten und einer TV-Reportage zu einer „Alkoholbeichte“ bereit erklärt hatte. Im Rahmen der TV-Reportage wurde im Übrigen in einer zehnsekündigen Sequenz dieselbe Situation gezeigt, welche auch der streitgegenständlichen Fotografie zugrunde lag ...

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