1a-Spezial-Baumfäller und nutzenorientierte Vergütung

Das Niedersächsische Naturschutzgesetz erlaubt das Bäumenfällen nur zwischen September und April. Uns war also klar, Anfang Oktober würde es Brennholz geben. Der "1a-Spezial-Baumfäller" (Eigenwerbung) kam, durchschritt den Garten, musterte die Bäume, machte sich Notizen und beäugte alles noch ein paar Mal, hielt Rücksprache wegen der benötigten Maschinen und gab ein Angebot zu einem Festpreis ab. Eingeplant hatte er fünf Stunden. Am Abend des zweiten Tages war die Arbeit aber noch immer nicht ganz getan und der Spezial-Baumfäller verzweifelt. Nachdem er sich erholt hatte, schrieb er:
"Leider ist meine Kosten-Kalkulation mehr als katastrophal ausgefallen. Der Grund für die katastrophale Kalkulation liegt vermutlich in den von mir selbst gemachten Stress. Ich möchte Ihnen hier eine Auflistung meiner gesamten Ausgaben zukommen lassen - ob Sie mir mit dem Preis entgegenkommen bleibt natürlich ihnen selbst überlassen."
Am Ende seiner durchaus nachvollziehbaren Aufstellung stand ein Betrag, der den Angebotspreis um das Dreifache überstieg. Der "Spezial-Baumfäller" hat das Problem richtig erkannt: nach § 145 BGB ist der Antragende an sein Angebot gebunden. Möglichkeiten davon wieder loszukommen gibt es insbesondere, wenn der Antragende sich dies vorbehalten hat, er sein Angebot z.B. wg. Täuschung oder Irrtum anfechten kann (§§ 119 ff. BGB) oder sich im Nachhinein herausstellt, dass die Geschäftsgrundlage weggefallen ist, weil sich "Umstände, die zur Grundlage des Vertrags geworden sind, nach Vertragsschluss schwerwiegend verändert" haben (§ 313 BGB). Keiner dieser Fälle liegt hier vor. Das Kalkulationsrisiko trägt der Auftragnehmer ...Zum vollständigen Artikel


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