Auto = Spritfresser - Rücktritt vom Kaufvertrag

Ein Autohaus wurde zur Rückzahlung des Auto-Kaufpreises verurteilt, da das verkaufte Auto ca. 10 % mehr Benzin verbrauchte, als im Prospekt angegeben (Oberlandesgericht Hamm (OLG) mit Entscheidung vom 7.2.2013 - AZ I-28 U 94/12).

Autokauf wegen geringer Verbrauchsangaben © Andreas Liebhart / pixelio.de

Der Kläger kaufte bei dem beklagten Autohaus einen neuen Renault Scénic 2.0 16 V, wobei er sich insbesondere von den moderaten Verbrauchsangaben in einem Prospekt des Herstellers überzeugen ließ. Im Kleingedruckten des Prospektes ließ der Hersteller jedoch eine Hintertür: „Verbrauchsmessung ohne Zusatzausstattung“ hieß es dort. Der Kläger gab sich nicht mit der Basisausstattung zufrieden, sondern bestellte eine Sonderausstattung inklusive Klimaanlage.

Auto verbraucht zu viel

Der Verbrauch des neuen Autos stellte sich aus Sicht des Klägers jedoch als zu hoch heraus. Die Versuche der Werkstatt, die Verbrauchswerte zu reduzieren, scheiterten. Das Autohaus kam zu dem Ergebnis, dass das Auto keinen Defekt aufweise und alles in bester Ordnung sei. Die vom Kläger georderte Sonderausstattung erhöhe einfach das Gewicht und damit den Verbrauch. Da hätte der Kläger eben das Kleingedruckte lesen müssen. Zudem sah sich das Autohaus nicht in der Verantwortung für die Fahrweise des Klägers. Das sah der Kläger anders und traten wegen des erhöhten Verbrauches als Sachmangel vom Kaufvertrag zurück.

Es kommt auf den Normverbrauch an

Die Parteien sahen sich vor Gericht wieder. Dieses interessierte sich nicht für die Verbrauchsprotokolle des Klägers, sondern beauftragte einen Sachverständigen mit der Verbrauchsmessung. Dabei stellte das Gericht fest, dass es auf den Verbrauch unter Zugrundelegung des Gewichtes der Basisaustattung ankomme („Fahrzeug nach Wartung mit Referenzkraftstoff, realer Fahrwiderstand, Gewicht nach Herstellerangabe”) ...

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