220.000 Euro für unzureichende Risikoaufklärung bei Koloskopie?

Darmspiegelungen werden als wichtige Prävention gegen Darmkrebserkrankungen und für deren frühzeitige Erkennung beworben. Als nicht schmerzhaft. Als kleine Massnahme, die niemand fürchten müsse. Die aber schwere und tödliche Krankheiten erkennen, früh behandeln lasse und damit Chance auf Überleben schaffe.

Sind sie ganz risikolos? Ein Patient erlitt dabei eine Darmperforation. Und klagte gegen den Facharzt für Chirurgie. Nun hat das OLG Hamm entschieden, dass der Anspruch auf 220.000 € Schmerzensgeld bestehe.

Grund hierfür war die unterbliebene, erforderliche Aufklärung des Patienten über die Risiken einer Koloskopie (Darmspiegelung), in deren Folge der Patient eine Darmperforation mit schwerwiegenden Komplikationen erlitten hat. Mit dem jetzt veröffentlichtem Urteil vom 3.9.2013 änderte das Oberlandesgericht Hamm die erstinstanzliche Entscheidung des Landgerichts Bielefeld ab.

Folgender Sachverhalt lag der Entscheidung zugrunde:

Der seinerzeit 48 Jahre alte Kläger suchte wegen Blutungen im Stuhlgang den beklagten Facharzt für Chirurgie in Bielefeld auf. Dieser führte im November 2007 eine Koloskopie mit Polypenabtragung durch. In Folge dieses Eingriffs kam es zu einer Darmperforation, die wenige Tage später notfallmäßig operiert werden musste. Der Kläger erlitt eine Bauchfellentzündung, musste sich weiteren Operationen unterziehen und über Monate intensiv-medizinisch behandelt werden. Er ist nunmehr frühberentet und zu 100% behindert, ihm musste ein künstlicher Darmausgang gelegt werden. U.a. mit der Begründung, er sei über das Risiko einer Koloskopie und über Behandlungsalternativen nicht ordnungsgemäß aufgeklärt worden, hat er vom Beklagten Schadensersatz verlangt.

Beim OLG Hamm hatte er damit Erfolg und erhält Schadensersatz, darunter 220 ...

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