Pannen bei der “Nürnberger Taschenlampenbombe”: Ging Uwe um 23:30 Uhr aus der Kneipe?

Kneipe “Sonnenschein” in Nürnberg

Man muss fair sein, wenn man die Akte einer Ermittlung liest, von der man im vorhin weiß, dass sie nicht gut gelaufen ist. Trotzdem macht mich die Akte der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth zum Fall der “Taschenlampe” einigermaßen fassungslos (751 UJs 13177/99). Das hat sowhol damit zu tun, was in der Akte steht, als auch mit dem, was fehlt.

Zuvor nochmals kurz der Sachverhalt: An einem Mittwoch im Juni 1999 fand der damals 18jährige Serkan Y. beim Putzen in der Gaststätte „Sonnenschein“ in Nürnberg St. Peter eine Taschenlampe. Als er auf deren Schalter drückte, habe er zunächst ein Summen gehört, dann sei sie explodiert. Der Mann erlitt leichte Verletzungen am ganzen Körper, Splitterteile wurden bis in Nachbarräume geschleudert. Eine kriminaltechnische Untersuchung des Bayerischen LKA ergab, dass die Explosion offenbar noch viel gravierender hätte ablaufen sollen, bei der Konstruktion aber ein Fehler gemacht wurde. Mit dem NSU, mit Terrorismus oder auch nur mit Schwerkriminalität wurde der Fall bis zur Aussage von Carsten S. im NSU-Prozeß nicht in Verbindung gebracht. Aber warum nicht? Der Fall lief unter “Fahrlässige Körperverletzung”. Und wurde nach sechs Monaten eingestellt.

Sicher, die Polizei hatte Anhaltspunkte, den Fall skeptisch zu sehen. Es war keine Explosion nach Lehrbuch und das Opfer gab Anlaß zur Nachfrage. Dich gute Polizeiarbeit beweist sich ja gerade, wenn es etwas komplizierter wird. Und das war der Fall.

Serkan Y. reagierte aus Sicht der Polizei ungewöhnlich. Er verständigte nach der Explosion weder Polizei, noch Rettungsdienst. Er rief statt dessen seine Mutter an und sagte ihr, dass er blutete. Die Mutter alarmierte eine Bekannte, gemeinsam fuhren sie erst zu Serkan zund brachten ihn dann mit dem Auto ins Krankenhaus. Dort, zei Stunden nach der Explosion, rief die Mutter die Polizei an ...

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