Gegen die Strömung: wie ländliche Stadtwerke Abwanderung, Überalterung und Fachkräftemangel begegnen können

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Der demographische Wandel wirkt sich auch auf die Mitarbeiterstrukturen von Energieversorgern aus (wir berichteten). Stadtwerke bilden hier keine Ausnahme. Gerade in ländlich geprägten Regionen im Osten Deutschlands ist eine Abwanderung junger Arbeitskräfte in Ballungsräume deutlich spürbar: Große Energiekonzerne locken Berufseinsteiger mit Entwicklungsmöglichkeiten, mit denen ein lokales Stadtwerk nur schwer mithalten kann. Teilweise werden aktiv junge Talente noch während ihres berufsbegleitenden Studiums abgeworben, so dass nicht nur die bereits eingeplante zukünftige Arbeitskraft, sondern auch die erheblichen Investitionen in deren Ausbildung verloren gehen.

Das hört sich nicht besonders ermutigend an. Doch die gute Nachricht ist: Die lokale und betriebliche Verwurzlung neuer Mitarbeiter lässt sich gezielt fördern. Energieversorger in ländlichen Regionen stehen nicht mit leeren Händen da.

Ein Beispiel soll dies verdeutlichen. Wir befinden uns in einer ländlichen Region in Ostdeutschland. Das Stadtwerk, mit dem wir es zu tun haben, hatte sich in den letzten Jahren auf das Kerngeschäft der Energieversorgung konzentriert und deshalb andere Unternehmensbereiche ausgelagert. Es musste Personal abbauen. Und das machte aus Sicht der Geschäftsführung eine detaillierte Analyse erforderlich, wie gut das Unternehmen mit seinem Personalbestand für die Herausforderungen der nächsten zehn Jahre und darüber hinaus aufgestellt war.

In mehreren Einzelgesprächen mit den Geschäftsführern nahm man zuerst die besonderen Ausgangsbedingungen des Unternehmens auf: Die Personalpolitik stand vor handfesten Herausforderungen.

Das Unternehmen profitierte noch immer von Fachkräften, die aufgrund ihrer privaten und beruflichen Bindung vor Ort ihrem Arbeitgeber schon seit Jahren, teilweise Jahrzehnten, treu waren ...

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