Verjährung von Ansprüchen aus fehlerhafter Anlageberatung

Alexander Stolitzka

In den letzten Jahren müssen sich die Zivilgerichte mit einer Vielzahl an Klagen gegen Anlageberater, Banken und Unternehmen im Zusammenhang mit den verschiedensten Ansprüchen von Anlegern auseinandersetzen. Anleger und Anlegergruppen machen ihre Verluste, die sie aufgrund falscher Anlageberatung, unrichtiger Börsenprospekte oder Werbebroschüren, falscher Bilanzen, etc. mit Unternehmensanleihen, Aktien oder Zertifikaten erlitten haben, gerichtlich geltend.

Da eine Klagsführung für einen einzelnen Anleger aufgrund des von ihm zu erbringenden Nachweises eines fehlerhaften Verhaltens eines Beraters, einer Bank oder einem Unternehmen, eine sehr komplexe Angelegenheit darstellt, zögern und zögerten viele mit der Einbringung einer Klage. Dies birgt allerdings die Gefahr in sich, dass Ansprüche verjähren, da Schadenersatzansprüche grundsätzlich einer dreijährigen Verjährungsfrist unterliegen. Danach ist die Geltendmachung eines Schadens nur noch möglich, wenn der Schaden auf einer strafbaren Handlung beruht. Die Verjährungsfrist beginnt mit Kenntnis des Geschädigten von Schaden und Schädiger zu laufen. Wann liegt aber diese Kenntnis konkret vor?

In einem unlängst entschiedenen Fall hatte sich der OGH mit MEL Anlegerklagen zu beschäftigen, die im September 2010 eingebracht wurden ...

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