Schmerzensgeld nach unterlassem Kaiserschnitt und Totgeburt?

Haftet ein Krankenhaus nach einer Totgeburt für einen unterbliebenen Kaiserschnitt als Behandlungsfehler? Diese Frage beschäftigte das Oberlandesgericht Hamm in einem im Juli ergangenen und gestern veröffentlichtem Urteil. Das Gericht kam dabei zum Ergebnis, ein fehlerhaftes Unterlassen des Kaiserschnitts und damit ein Behandlungsfehler seien nicht feststellbar gewesen. Diese Auffassung hatte bereits das LG Bochum in erster Instanz vertreten.

Der Entscheidung lag der Fall einer 35jährigen Klägerin aus Bochum zugrunde, die gegen das beklagte Krankenhaus in Bochum ein Schmerzensgeld in Höhe von 15.000 € geltend machte. Ihr Sohn wurde im November 2007 im Krankenhaus tot geboren. Sie vertrat die Auffassung, ihr Kind wäre bei ordnungsgemäßer Überwachung und Behandlung durch die Mitarbeiter des Krankenhauses lebend zur Welt gekommen.

Am Tage der Geburt habe ein erfolgreicher Notfallkaiserschnitt stattfinden können und müssen, der unterlassen worden sei.

Das OLG Hamm ging nach Anhörung eines medizinischen Sachverständigen davon aus, eine fehlerhafte Behandlung der Klägerin vor oder am Tage der Geburt sei nicht feststellbar:

Vor der Krankenhausaufnahme der Klägerin zur Geburt habe es keine Anhaltspunkte für eine vorzeitige Beendigung der Schwangerschaft gegeben ...Zum vollständigen Artikel


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