Rezension Zivilrecht: Jugend der Justitia

Schmoeckel, Die Jugend der Justitia, 1. Auflage, Mohr Siebeck 2013 Von ORR Dr. Ulrich Pflaum, München Unter dem Titel „Die Jugend der Justitia“ beschäftigt sich Schmoeckels bei Mohr Siebeck erschienene Monographie mit den Gerechtigkeitsvorstellungen der Kirchenväter unter besonderer Berücksichtigung des Prozessrechts. Der 213 Seiten umfassende Hauptteil mit 12 Abbildungen gliedert sich in sieben Kapitel. Die ersten beiden Kapitel „Einleitung und methodische Überlegungen“ und „Einführung: Gerechtigkeit als ethischer Maßstab der Kirchenväter“ (S. 1-58) dienen der Grundlegung, die damit verhältnismäßig breiten Raum einnimmt. Sie beinhalten die Hinführung zum Thema sowie eine ausführliche Abgrenzung zu anderen nach Auffassung des Autors nahe liegenden Fragestellungen und stellen den Bezug zwischen christlichem Glauben bzw. christlicher Theologie und dem Prozessrecht dar. Anhand des Gerechtigkeitsbegriffs in vorchristlicher Zeit und im frühen Christentum (u.a. bei Paulus) untermauert Schmoeckel seine These einer sich entwickelnden, gleichsam alternden bzw. reifenden menschlichen Vorstellung der Gerechtigkeit, die im Untersuchungszeitraum, wie im Titel zum Ausdruck gebracht, ihre „Jugend“ erlebt habe. Er führt das Streben der Kirchenväter nach Gerechtigkeit zum einen auf die – wenn auch nicht exklusiv christliche – Vorstellung von Gott als gerechtem Richter zurück, der nicht nur gerechten Lohn, sondern auch gerechte Strafe zumisst, so dass bereits auf Erden Gerechtigkeit anzustreben ist. Daneben verweist er auf Laktanz' Verständnis Jesu Christi als „Lehrer und gleichsam lebendes Gesetz“ und die verbreitete Vorstellung, dass sich das staatliche Gesetz der göttlichen Gerechtigkeit unterzuordnen habe ...Zum vollständigen Artikel

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