Russlands Auto-Boom: Die Herausforderungen für deutsche Hersteller

Der russische Automobilmarkt boomt und das von Branchenvertretern und Analysten vorhergesagte Wachstumspotential ist enorm. Immer mehr ausländische Hersteller produzieren vor Ort – und müssen sich dort mit Themen wie Regulierung, Bürokratie, Fachkräftemangel und Compliance auseinandersetzen.

Autos, wohin das Auge blickt

Nachdem der Absatz von Pkw und Fahrzeugen bis 3,5 t in Russland im Krisenjahr 2009 auf 1,5 Millionen Fahrzeuge eingebrochen war, konnte er sich 2012 mit 2,9 Millionen Fahrzeugen nahezu verdoppeln. Nach einer Studie der Boston Consulting Group wird für das Jahr 2020 ein Absatz von 4,4 Millionen Fahrzeugen prognostiziert, was einem jährlichen Wachstum von durchschnittlich 6 Prozent entspricht. Russland würde damit Deutschland überholen und zum größten Automarkt in Europa aufsteigen. Weltweit würde es nach China, USA, Indien und Brasilien den fünften Platz einnehmen.

Die nackten Zahlen werden auch durch einen Realitätscheck bestätigt. Wer heute zum Beispiel in Moskau unterwegs ist, wird von den endlosen Autokolonnen und Staus – selbst auf achtspurig ausgebauten Straßen – erschlagen. Große Limousinen und schwere SUVs sind aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Gerade ausländische Fabrikate genießen die Gunst der Russen, nachdem russische Traditionsmarken wie Wolga und Moskwitsch ihre Produktion eingestellt haben. Nur Lada schlägt sich tapfer in Kooperation mit Renault.

Die Cluster der Automotive-Industrie

Angesichts dieser Wachstumsperspektiven steht Russland im Fokus der internationalen Automobilindustrie. Eine Vielzahl namhafter ausländischer Hersteller und bedeutender Zulieferer hat sich mittlerweile in Russland niedergelassen und leistungsfähige Produktionsstätten eröffnet. Vor allem in den Regionen um die Städte Kaluga, Kazan, Nischni Nowgorod, Togliatti, Sankt Petersburg und Moskau haben sich riesige Automotive-Cluster ausgebildet ...

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