Kein Unfallschutz bei privatem Telefonat in der Arbeitszeit

Wer während der Arbeitszeit privat telefoniert und dabei verunglückt, ist nicht gesetzlich unfallversichert. Persönliche oder eigenwirtschaftliche Verrichtungen wie das private Telefonieren, Essen oder Einkaufen können die versicherte Tätigkeit und damit den Unfallversicherungsschutz unterbrechen, entschied das Hessische Landessozialgericht (LSG) in Darmstadt in einem am Mittwoch, 25.09.2013, bekanntgegebenen Urteil (AZ: L 3 U 33/11).

Geklagt hatte ein Lagerarbeiter aus Wiesbaden, der an einem Tisch in der Lagerhalle Ware kontrollierte. Als er seine Frau anrufen wollte, ging er wegen der schlechten Handy-Verbindung kurz nach draußen auf die Laderampe. Als das Gespräch nach zwei bis drei Minuten beendet war, blieb der 45-Jährige an einem Begrenzungswinkel der Lagerampe hängen, verdrehte sich das Knie und erlitt einen Kreuzbandriss.

Den Unfall wollte der Lagerarbeiter von der Berufsgenossenschaft für Bauwirtschaft als Arbeitsunfall anerkannt haben. Doch diese lehnte ab. Das private Telefongespräch und die damit verbundenen Wege seien nicht gesetzlich unfallversichert gewesen.

Dem folgte auch das LSG in seinem Urteil vom 17.09.2013. Unfallversicherungsschutz bestehe, wenn der Unfall infolge einer versicherten Tätigkeit eintrete. Private Verrichtungen, wie hier ein Telefonat mit der Ehefrau, zählten nicht dazu.

Nur bei räumlich und zeitlich „ganz geringfügigen Unterbrechungen“ könne Versicherungsschutz bestehen. Die private Tätigkeit müsse dann „im Vorbeigehen“ oder „ganz nebenher“ erledigt werden ...

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