30 Jahre kein versehentlicher Atomkrieg

Vor 30 Jahren überlebten die beiden Supermächte den bislang gefährlichsten Fehlalarm in der Menschheitsgeschichte. Das genaue Datum, 26. oder 27. September 1983, steht nicht fest. In dieser Nacht bewahrte Stanislaw Petrow einen kühlen Kopf, als in Ost und West Wahnsinnige die Welt für den gegenseitigen Overkill vorbereitet hatten. Der Computer hatte die Signale der Spionagesatelliten, welche ca. 1.000 US-Startbasen überwachten, als “Angriff” bewertet und fünf anfliegende ballistische Raketen gemeldet.

Ich hatte erstmals über Petrow 2008 zum 25. Jahrestag der RYAN-Krise geschrieben, die damals von deutschen Historikern noch nicht anerkannt worden war. Letztes Jahr hatte auch der konservative Publizist Guido Knopp Existenz und Brisanz der RYAN-Krise eingeräumt, wobei er dem NATO-Spion Rainer Rupp allerdings nicht ganz dessen wichtige Rolle zugestand. Etliche Journalisten bewerten den den Vorfall noch heute als den gefährlichsten nach der Kubakrise ...

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Der Zauberlehrling | Helgard Haug / Daniel Wetzel (in engl. und dt. Sprache, mit dt. Untertiteln)

In Anerkennung „ihrer Dienste und ihrer Selbstaufopferung“ bekam Herdis Sigurgrimsdottir am Tag ihrer Rückkehr nach Island eine Urkunde verliehen, in der ihr auch dafür gedankt wird, dass sie der gesamten Welt eine bessere Zukunft sicherstellte. Eine Nelke rankt sich um eine brennende Kerze, unterschrieben ist das Dokument vom Verteidigungsminister in Irak. Herdis’ Land hat keine Armee, ist aber Gründungsmitglied der NATO und schickte eine einzige Person auf den Posten in das Nato Training Camp nach Bagdad. In der angeblich sicheren ‚green zone’ trainierte Islands Beitrag Irakies im Umgang mit den Medien – schulte sie in Spiel und Taktik, immer nur das zu sagen, was die eigene Botschaft am besten abbildet. Am Tag ihres Abzugs war Herdis Major, Teil der Befehlskette geworden, trug Uniform und Waffe und nahm die isländische Fahne mit nach Hause, denn sie zog nicht nur als einzelne Person ab sondern als eine Ein-Seelen-Armee.
Der Berliner Zauberkönig Günther Klepke hat die gesamte Welt bereist und seine Zaubertricks mal staunenden mal sattem Publikum vorgeführt. Auch er sagt: du musst vor allem wissen was dein Publikum sehen soll. Als gelernter Geräuschemacher, mit dem er in den 50er Jahren auch das Hebbel-Theater beschallt hat, kann er mit einem Butterbrotpapier ganze Armeen aufmarschieren lassen, die Erdanziehung außer Kraft setzen, brennende Kerzen verschwinden lassen, war Handdouble für die Zaubertricks von Günter Pfitzmann und Eddy Arendt, und immer wieder im Unterhaltungsprogramm für politische Amtsinhaber, nie jedoch beim Fronttheater. Auch Markus Kompa beherrscht die Zauberei, er ist aber auch Anwalt von Uri Geller und beschäftigt sich historisch mit ‚Kontroversen Zauberern’. Seine Studien über die Aktivitäten der Geheimdienste während des Kalten Krieges führten ihn folgerichtig zu dem Datum 25./26. September 1983, als Stanislav Petrov durch sein besonnenes Handeln einen Nuklearkrieg verhindert hat. Dass er heute mit ihm auf einer Bühne steht, grenzt für den Zauber-Experten an Zauberei.

‚Der Zauberlehrling’ nimmt einen Text zum Ausgangspunkt der Suche nach den großen Illusionisten der Gegenwart und ihren magischen Momenten. Wo schlagen die Funken zwischen Goethes Ballade und dem Wehrstrafgesetz?

Experten:
GÜNTER KLEPKE, MARKUS KOMPA, STANISLAV PETROV, HERDIS SIGURGRIMSDOTTIR
und als Dolmetscherinnen: Martina Englert / Franziska Zwerg


Inszenierung: Helgard Haug, Daniel Wetzel
Bühne und Kostüme: Christin Berg
Recherche: Sebastian Brünger, Martin Baierlein
Dramaturgie: Sebastian Brünger, Christine Besier
Licht: Konstantin Sonnenson
Ton- und Videotechnik: Gebhard Knobelspieß
Requisite: Steffi Pürschler, Angelica Schubert, Fabian Güth
Regieassistenz: Martin Baierlein
Regie- und Bühnenhospitanz: Eefje Suijkerbuijk
Tricktechnische Beratung: Guido Neunkirchen

Eine Koproduktion des Düsseldorfer Schauspielhauses mit Rimini Apparat und Hebbel am Ufer Berlin.
Gefördert durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten und die Freunde des Düsseldorfer Schauspielhauses.

The sorcerer's apprentice | Helgard Haug / Daniel Wetzel

On the day of her return to Iceland, in recognition of “her service and self-sacrifice”, Herdis Sigurgrimsdottir received a certificate thanking her for securing a better future for the whole world. A carnation twines around a burning candle and the document is signed by the defence minister of Iraq. Herdis’ country has no army, but is a founding member of NATO and so sent a single person to an assignment in the Nato Training Camp in Baghdad. In the allegedly safe ‘green zone’ Iceland‘s contribution trained Iraqis in dealing with the media, instructing them in gameplay and tactics, always saying only what puts your own message in the best light. On the day she left, Herdis was a major, had become part of the chain of command, wore a uniform and a weapon, and took the Icelandic flag home with her, because she pulled out not only as a single person but as a one-woman army.

Berlin’s ‘King of Magicians’ Günther Klepke has travelled the world and done magic tricks for amazed and for unresponsive audiences. He also says, “You have to know what your audience is supposed to see.” A trained Foley artist, he made the Hebbel Theater resound in the ‘50s. He can make it sound as if an entire army is approaching using just a sandwich paper, suspend gravity, and make burning candles disappear. He was the hand double for the magic tricks of Günter Pfitzmann and Eddy Arendt, and was often in the light entertainment programme for political office holders, but never for the military. Markus Kompa is likewise a master of magic, but he‘s also Uri Geller‘s lawyer and investigates the histories of ‘controversial magicians’. His researches into the activities of secret services during the Cold War have led him to the date of the 25th/26th of September 1983, when Stanislav Petrov’s level-headedness prevented a nuclear war. That he is now standing with him on stage borders on magic for this expert on magic.

“Der Zauberlehrling” takes a text as a starting point in a search for the great illusionists of the present and their magical moments.
Where do the links lie between Goethe‘s ballad and the military criminal code?

with:
GÜNTER KLEPKE, MARKUS KOMPA, STANISAV PETROV AND HERDIS SIGURGRIMSDOTTIR
and as interpreters: Martina Englert/Franziska Zwerg

Staging: Helgard Haug, Daniel Wetzel
Stage and costumes: Christin Berg
Research: Sebastian Brünger, Martin Baierlein
Dramaturgy: Sebastian Brünger, Christine Besier
Light: Konstantin Sonnenson
Sound and Video: Gebhard Knobelspieß
Props: Steffi Pürschler, Angelica Schubert, Fabian Güth
Assistant director: Martin Baierlein
Direction and production trainee: Eefje Suijkerbuijk
Trick technical consultancy: Guido Neunkirchen, Ully Loup

A production of the Düsseldorfer Schauspielhaus in co-production with Rimini Apparat and Hebbel am Ufer Berlin. Funded by the Friends and Sponsors of the Düsseldorfer Schauspielhaus and the Mayor of Berlin – Senatskanzlei (Senate Chancellery) – Kulturelle Angelegenheiten (Cultural Affairs Department).



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