Hört, hört! Ein Geschäftsgeheimnis! – Urteil des Arbeitsgerichts Hamburg zu XING-Kontakten von Arbeitnehmern (Az. 29 Ga 2/13)

Es ist noch gar nicht allzu lange her, da wurden Fragen wie “Wem gehören eigentlich die XING-Kontakte?” und vor allem wie “Wer hat das Recht an den Social Media Accounts?” im Rahmen von Dienstleistungs- oder Arbeitsverhältnissen als graue Theorie der Rechtsgelehrten abgetan. Solche Probleme gäbe es in der Praxis nicht, denn:

Im Social Media Business haben sich alle lieb. Das Teilen von Wissen ist Social Media immanent.

(ja, ja, das war jetzt etwas polemisch ausgedrückt…)

Im Jahr 2012 erreichte uns dann die Geschichte des amerikanischen Twitterati @phonedog_noah. Dieser nutzte seinen Account privat wie beruflich und versammelte im Laufe der Zeit 17.000 Follower um sich. Es kam wie es kommen musste, er wechselte den Job und es entbrannte ein Streit um die die Follower. Die Firma phonedog betrachtete die Follower als “Kundenliste” und verlangte 340.000 US-Dollar an Schadensersatz. Follower als Äquivalent zur “Kundenliste”? Und dafür 340.000 US-Dollar? Man könnte sagen, ein durch und durch amerikanischer Fall – der wohl in Folge dessen auch nicht gerade für einen großen Nachhall bei deutschen Unternehmen sorgte.

Dabei nimmt Social Media zunehmend Raum in der ganz alltäglichen Unternehmenspraxis. Entweder stehen die Mitarbeiter selbst an den Social Media Reglern oder Agenturen verwalten Social Media Etats und Accounts. Doch selbst in den weniger “hippen” Branchen oder den schlicht etwas konservativeren Betrieben ist Social Media nicht mehr wegzudenken. Wenn kein Facebook oder Twitter, so wird jedenfalls doch XING außerordentlich häufig zum Managen der eigenen Kontakte genutzt. Dass daraus – insbesondere für vertriebsintensive Branchen (welche ist das nicht?) – Probleme entstehen können, ist an sich kein Geheimnis mehr. Und so steigen auch die Nachfragen in unserer Beratungspraxis zu diesen Themenkreisen. Oft genug werden aber noch die Augen davor verschlossen. Das sollte sich die Unternehmens- bzw ...

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