Vollendeter oder versuchter Diebstahl – Gewahrsamsbegründung im Selbstbedienungsladen

(Besprechung des Beschlusses vom BGH 2 StR 145/13 – 18. Juni 2013)

Während des gesamten Studiums muss man sich als Student immer wieder mit der Frage beschäftigen, ob ein Tatbestand vollendet oder doch lediglich versucht ist. Vor allem beim Diebstahl im Selbstbedienungsladen kann diese Frage zu Problemen führen. Ein hilfreiches Abgrenzungskriterium ist die Bildung einer Gewahrsamsenklave, deren Voraussetzungen nicht nur Studenten, sondern manchmal auch Gerichten Schwierigkeiten bereiten.

So hatte auch das Landgericht Aachen zu vorschnell einen vollendeten Diebstahl angenommen und wurde nun kürzlich vom BGH korrigiert. In diesem Fall hatte der Angeklagte in einem Edeka-Markt 6 Flaschen Whiskey in zwei von ihm mitgebrachte Tüten gesteckt. In eine weitere Tüte füllte er Waren, um beim Passieren der Kasse den Anschein zu erwecken, regulär einzukaufen. Den Whiskey wollte er jedoch nicht bezahlen. Ein aufmerksamer Zeuge bekam dies mit, woraufhin der Angeklagte die Tüten vor der Obstabteilung abstellte und ohne die Beute zu fliehen versuchte. Das Landgericht Aachen verurteilte den Angeklagten daraufhin unter anderem wegen vollendeten Diebstahls zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und zwei Monaten. Der Angeklagte legte gegen dieses Urteil Revision ein und hatte damit vor dem BGH teilweise Erfolg.

Die vollendete Wegnahme beim Diebstahl Wegnahme im Sinne des § 242 Abs. 1 StGB bedeutet zunächst den Bruch fremden und die Begründung neuen, nicht notwendigerweise tätereigenen, Gewahrsams an der Sache. Für den Zeitpunkt der Vollendung ist dabei entscheidend, dass neu gewonnener Gewahrsam ungehindert ausgeübt werden kann ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK