Deutschlands Arbeitsgerichte (14) – Hamburg

Serien sind dafür da, sie fortzusetzen – und das soll nun bei unserer Serie über Deutschlands Arbeitsgerichte geschehen, auch wenn unsere Besichtigung schon etwas zurückliegt.

„Non vitae, sed scholae discimus“, nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir! An diese - gerne auch verdrehte – Sentenz Senecas könnte man beim Gebäude des Arbeits- und Landesarbeitsgerichts Hamburg denken. Denn das Gebäude an der Ecke Osterbekstraße / Schleidenstraße am Rande des Osterbekkanals wurde ursprünglich als Schule entworfen.

Die Geschichte: Von der Schule zum Gerichtsgebäude

Das heutige Gerichtsgebäude ist so alt wie der Stadtteil Barmbek, der in Folge der Umsiedlung aus dem Gebiet der späteren Speicherstadt entstand. Als Teil eines Schulbauprogramms wurde der Backsteinbau errichtet. Sein Architekt ist Albert Erbe, von 1906 bis 1910 Bauinspektor in Hamburg. Erbe hat zahlreiche Bauten in Hamburg entworfen, die mit ihren Giebeln und Backsteinfassaden dem dortigen Heimatstil entsprechen.

Das Gerichtsgebäude wurde Mitte November 1909 vom Hamburger Senat in Auftrag gegeben und am 1. April 1912 übergeben und in Betrieb genommen, nachdem sich der Bau wegen eines Streiks der Zimmerleute verzögert hatte. Für 503.800 Reichsmark waren eine Mädchen- und eine Knabenschule mit jeweils 15 Klassen errichtet worden.

Das Gebäude verfügte über zwei Rektorenzimmer mit Wartezimmer, jeweils zwei kleine und zwei große Lehrzimmer, vier Sammlungszimmer und einen Zeichensaal mit Utensilienraum sowie eine Schuldienerwohnung und die Kochlehrküchenanlage.

Der viergeschossige Bau wird durch zwei hervorstehende Kopfbauten flankiert und verfügt über ein steiles Hamburger Dach. Über zwei getrennte Eingangsportale betrat man die Jungen- bzw. die Mädchenschule von der Schleidener Straße aus. Diese Eingangsportale waren mit Säulen versehen, wurden jedoch mit der späteren Umnutzung des Gebäudes entfernt ...

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