Aus, aus, vorbei – Krimi um die FDP endet tödlich

Seit ich das Licht der Welt erblickt habe, war die FDP immer im Deutschen Bundestag vertreten und zumeist gleich auch Juniorpartner der Bundesregierung, ein nicht hinweg zu denkender Faktor der deutschen Politik. Man mag sich über die präsidialen Qualitäten von Heuss und Scheel streiten können, aber unzweifelhaft gab es große Liberale, welche die Rechtskultur der BRD entscheidend mitgeprägt und die Freiheit des Bürgers in den Vordergrund ihres politischen Schaffens gestellt haben. Ich denke da an Leute wie Thomas Dehler, Ralf Dahrendorf, Burkhard Hirsch, Gerhart Baum, und – mit Abstrichen – auch an Hans-Dietrich Genscher, der jedenfalls bei der Wiederherstellung der deutschen Einheit Großes geleistet hat. Einer von ihnen, Gerhart Baum, saß gestern als Studiogast bei Jauch, und es tat schon fast weh zu sehen, welches Format dieser fast 81-jährige Mann im Verhältnis zu den weitgehend konturlosen Gesichtern der derzeitigen FDP-Spitze zeigte. Abgesehen von der Noch-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sehe ich da niemanden mehr, der sich wirklich für die individuellen Freiheitsrechte der Bürger stark macht, Liberalismus ist allem Anschein nach bei den Freidemokraten zu reiner Pöstchen- und Klientelpolitik verkommen.

Spannend war die Stimmenauszählung in dieser langen Wahlnacht bis zuletzt, ein richtiger Krimi, was die FDP anbetrifft, und der endete für sie letztlich tödlich. Zu Recht ist die FDP bei den gestrigen Wahlen aus dem Bundesparlament rausgeflogen, finde ich, weil sie weder Inhalte noch Gesichter vermitteln konnte und keines ihrer Wahlversprechen von 2009 – darunter insbesondere die versprochene große Steuerreform – durchgesetzt hat ...

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