Schwäbische Gedanken zur Kündigung wegen sexueller Belästigung

Die – sexuelle Belästigung – kommt leider vor und es entspricht ständiger Rechtsprechung aller LAGe und des BAG, dass eine sexuelle Belästigung einen Kündigungsgrund „an sich“ im Sinne des § 626 BGB darstellen kann. Kein Wunder also, wenn das LAG Baden-Württemberg es genauso sieht – in seinem Urteil vom 17.7.2013 – 13 Sa 141/12. Warum es trotzdem einer kleinen Erwähnung wert ist?

Manchmal mag die Schwierigkeit, die Belästigung selbst im Tatbestand des Urteils darzustellen, journalistisch-voyeuristische Gelüste befriedigen. Nicht so hier, keine Angst, und die Gerichte sind da ziemlich abgebrüht und fähig, auch das Schlimmste nüchtern darzustellen. Aber was fällt Ihnen an dieser Passage des Urteils auf?

Die Beklagte wirft dem Kläger vor, er habe als Teilnehmer an einer Vertriebskonferenz vom 7. bis 9. Februar 2012 in J. S. am 7. Februar 2012 anlässlich eines gemeinsamen Abendessens der Konferenzteilnehmer…den Mitarbeiter einer Tochtergesellschaft der Beklagten, Herrn S…gegen 21:15 Uhr dadurch sexuell belästigt, dass er diesen…auf dem Weg zur Toilette zunächst mit der Hand in der Magengegend angefasst und dann auf dem Rückweg von hinten mit den Armen auf Höhe der Magengegend umschlungen und sich an ihn gepresst habe. Letzteres habe Herrn C. angewidert und abgestoßen, weshalb er sich einen Monat später mit einer E-Mail vom 7. März 2012…an den Vorgesetzten des Klägers gewandt habe.

Richtig: Hier haben wir eine Abweichung von dem – vermutlich trotzdem richtigen – Klischee „Mann belästigt Frau“ ...

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