Mandant in der Kanzlei eingesperrt – “Ich will da aber nicht übernachten”

Rezeptionsbereich der Kanzlei Pohlen + Meister

Ungewöhnlich früh, nämlich um kurz nach 18 Uhr, habe ich gestern die Kanzlei verlassen, weil ich noch auswärts mit einem Mandanten verabredet war. Mit dem saß ich dann in einem Café, als gegen 19 Uhr mein Handy klingelte. “Kanzlei” las ich im Display und war überrascht, weil ich – zumindest glaubte ich das – als Letzter das Office verlassen und zuvor noch alle Lichter ausgemacht hatte. Nur in unserem Referendarzimmer hatte ich nicht mehr nachgeschaut, die drei derzeit bei uns tätigen Referendare waren schon am Nachmittag nachhause gegangen. “Kowalski” (Name geändert) meldete sich eine Stimme, “Sie sind sicher erstaunt, dass ich Sie von Ihrer Kanzlei aus anrufe.”

Kowalski ist ein Mandant, den ich in einer opulenten Wirtschaftsstrafsache vertrete, ein früherer Ministerialbeamter, der im Zusammenhang mit der Verwendung von Stiftungsgeldern unter – aus meiner Sicht unberechtigten – Verdacht geraten ist. ”Sie haben mich eingeschlossen”, meinte der Mann freundlich, “aber ich habe nicht unbedingt vor, in Ihrer Kanzlei zu übernachten!”. Das konnte ich durchaus verstehen, wir haben ja nicht einmal eine Couch oder ein sonstiges bequemes Möbelstück herumstehen, auf dem man sich ausstrecken könnte ...

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