Ideale Verteidiger-Teams

Ein Angeklagter kann bis zu drei Strafverteidiger wählen (§ 137 Abs. 1 Satz 2 StPO). Jedoch auch der Pflichtverteidiger, der einem Angeklagten in den Fällen des § 140 StPO beigeordnet wird, ist streng genommen ein Wahlverteidiger – denn auch hier kann der Angeklagte seinen Verteidiger wählen und muss keinen vom Gericht bestimmten Anwalt hinnehmen.

Ein Angeklagter kann bis zu drei Verteidiger haben, die sich gut ergänzen sollten // Foto: Kzenon / fotolia.com

Wählt ein Angeklagter mehrere Verteidiger, sollten sich diese im Idealfall optimal ergänzen; dies gilt insbesondere im Hinblick auf ihre speziellen Fähigkeiten und stilistischen Ausichtungen. Es ist leider nicht so leicht wie es im ersten Moment scheint – die Verteidigerauswahl will sorgfältig geplant und gut überlegt sein. Natürlich gibt es – wie so häufig – keine Idealkonstellationen, die allgemeingültig wären – nur einige recht logisch erscheinende Kombinationsmöglichkeiten:

1. Der ortskundige Verteidiger

Erfahrene und spezialisierte Verteidiger stammen oft aus deutschen Großstädten und vertreten ihre Mandanten im Strafrecht bundesweit. Einer der Verteidiger sollte daher auch die örtlichen Gegebenheiten und zudem die Spruchpraxis der entscheidenden Kammer kennen. Der örtliche Verteidiger koordiniert die Angelegenheiten vor Ort, ist nah beim Mandanten (auch wenn dieser in U-Haft sitzt) und kann das informelle Gespräch mit Gericht sowie Staatsanwaltschaft suchen. Andererseits kann ein örtlicher Verteidiger manchmal gehemmt sein, in „Heimspielen“ vor den ihm regelmäßig begegnenden Richtern allzu offensiv aufzutreten („don’t shit where you eat“).

2. Der Vertrauensanwalt

Der Vertrauensanwalt ist häufig zugleich der örtliche Verteidiger. Er kennt den Mandanten meist schon länger, hat ihn vielleicht sogar schon einmal verteidigt ...

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