OLG Hamm: Haftung für zu spät behandelten Hirnstamminfarkt bei CT-Beurteilung ohne Neurologen

Krankenhaus und behandelnder Chefarzt haften bei behandlungsfehlerhaftem Versäumnis der rechtzeitigen Hinzuziehung eines Neurologen zur Beurteilung der Bildgebung einer Computertomographie.

Dies entschied das OLG Hamm im Fall einer Patientin, bei der ein massiver Hirnstamminfarkt (Verschluss der Arteria basilaris) zu spät erkannt wurde. Die Patientin erlitt schwerwiegende Lähmungen (Locked-in-Syndrom), in deren Folge sie Monate später verstarb.

Die Entscheidung des OLG Hamm, mit welcher der 3. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm eine Haftung aufgrund eines Behandlungsfehlers bejahre, ist bereits mit Urteil vom 12.08.2013 festgestellt worden. Zugleich wurde dem Sohn und Erben der verstorbenen Patientin ein Schmerzensgeld in Höhe von 50.000 € zugesprochen.

Die im Jahre 1934 geborene Patientin aus Dorsten wurde seit dem Jahre 2002 wegen Herzerkrankungen mehrfach stationär behandelt, u.a. im beklagten Krankenhaus in Dorsten in der Abteilung des ebenfalls beklagten Chefarztes.

Mit einer Halbseitenlähmung wurde die Patientin im November 2005 als Notfall im beklagten Krankenhaus eingeliefert, in dem sie bewusstlos ankam und kurz darauf einen Krampfanfall erlitt. Am Tag der Aufnahme veranlassten die behandelnden Ärzte eine native Computertomographie, deren Bildgebung ohne Hinzuziehen eines Neurologen beurteilt wurde ...

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